Forum weist ZdK-Kritik zurück

ZdK-Präsident Sternberg: Aufnahme konservativer Gruppen wie Forum Deutscher Katholiken ins ZdK scheitert an deren Unwilligkeit

Münster/Würzburg (DT/KNA) Das Forum Deutscher Katholiken hat Äußerungen von ZdK-Präsident Thomas Sternberg zurückgewiesen, wonach eine Aufnahme des Forums in das ZdK an dessen Unwilligkeit scheitere. Gegenüber dieser Zeitung sagte Forums-Sprecher Hubert Gindert am Montag: „Zur Behauptung des ZdK-Präsidenten, eine Aufnahme (in das ZdK) scheitere an der Unwilligkeit von „Freude am Glauben“, möchte ich feststellen, dass wir ein Angebot zu einem allgemeinen Gespräch mit dem ZdK-Präsidium bekommen haben – Thema war nicht die Aufnahme in das ZdK – das wir unter der Bedingung angenommen haben, dass das ZdK die Kosten dafür übernimmt. Eine Kostenübernahme wurde seitens des ZdK abgelehnt. Deswegen kam das Gespräch nicht zustande.“

Sternberg hatte sich zuvor in einem Interview die Aufnahme von links- und von rechtskatholischen Gruppen in das Zentralkomitee der Katholiken gewünscht, das sich als Vertretung der katholischen Laien in Deutschland sieht. Es gebe heute eine „völlig unproblematische Zusammenarbeit“ zwischen dem ZdK und der Leitung der linkskatholischen Bewegung „Wir sind Kirche“, so Sternberg in einem Interview der Diözesan-Wochenzeitung „Kirche+Leben“ (1.10.) in Münster. So habe er zum Beispiel ein Grußwort auf ihrer letzten Sitzung gesprochen. „Wissen Sie, die alten Kampfzeiten sind überwunden“, unterstrich der Präsident. Viele Forderungen, die „Wir sind Kirche“ 1995 im sogenannten Kirchenvolksbegehren erhoben habe, seien inzwischen Praxis. Nach den Worten von Sternberg gehören der Bewegung „Wir sind Kirche“ viele Menschen an, die er gerne als die „kirchlichen Achtundsechziger“ bezeichne. Sie hätten die Euphorie des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) erlebt und zu Recht einen weit größeren Aufbruch erwartet. Dann seien sie enttäuscht worden. „Sie haben sich zum Teil an der Kirche wundgerieben.“ Er kenne viele katholische Christen, auch ältere, die heute nichts mehr wissen wollten von Kirchendebatten, „weil sie tief verletzt sind und sich zurückgezogen haben“. Dennoch sei es für diese Menschen nie in Frage gekommen, sich von der Kirche zu trennen. „Ich bedaure, dass manche von ihnen die großen Chancen nicht wahrnehmen können, die jetzt mit Papst Franziskus da sind, der ja viele der Kritik-Themen wie immer anders aufgreift als erwartet.“ Und doch sei er „inspirierend“ für die Kirche, erklärte Sternberg.

Sternberg erklärte, er wünsche sich, dass das ZdK sowohl „Wir sind Kirche“ als auch die eher konservative Bewegung „Freude am Glauben“ (Der Kongress Freude am Glauben wird vom Forum Deutscher Katholiken ausgerichtet, Anm.d.R.) aufnehmen könne. Dies scheitere aber an der Unwilligkeit von „Freude am Glauben“, sagte er. Sternberg fügte hinzu: „Das bedauere ich sehr, zumal das den Eindruck erwecken könnte, es handle sich beim ZdK um etwas Linkes, Revolutionäres oder Kirchenfremdes.“ Das Laiengremium sei keine Ausrichtung im Katholizismus, sondern repräsentiere ihn in seiner ganzen Breite.

Professor Gindert kritisierte derweil die von Sternberg verwendete Begrifflichkeit. „In der katholischen Kirche geht es nicht um ,links‘, ,rechts‘, ,konservativ‘ oder ,progressiv‘, sondern um Wahrheit und Übereinstimmung mit dem katholischen Glauben, wie er beispielsweise im Katechismus der Katholischen Kirche vom 1992 vorliegt. Das ,Forum Deutscher Katholiken‘ sieht sich weder als ,rechtskatholische Gruppe‘ noch als ,konservative Bewegung‘.“