Einst inhaftierter Jesuit belastet Bergoglio nicht

München (DT/KNA) Der Jesuit Franz Jalics, der während der argentinischen Militärdiktatur fünf Monate im Gefängnis war, erklärte gestern in einer persönlichen Stellungnahme: „Ich bin mit den Geschehnissen versöhnt und betrachte sie meinerseits als abgeschlossen“. Bergoglio war damals Jesuitenprovinzial in Argentinien. Seit seiner Wahl zum Papst wird seine Rolle zur Zeit der Militärjunta diskutiert. 1974 sei Jalics mit Erlaubnis Bergoglios mit einem Mitbruder in ein Elendsviertel gezogen. „Wir hatten weder mit der Junta noch mit den Guerilla Kontakt“. Ein Laienmitarbeiter habe sich den Guerillas angeschlossen. Nach dessen Verhaftung hätten die Soldaten von der Verbindung zu den beiden Jesuiten erfahren. „In der Annahme, dass auch wir mit den Guerilla zu tun haben, wurden wir verhaftet“, so Jalics. Zur Rolle Bergoglios könne er keine Stellung nehmen. Erst Jahre später hätten beide mit ihm die Geschehnisse besprechen können. „Danach haben wir gemeinsam öffentlich Messe gefeiert und uns feierlich umarmt.“