Das Duovirat hat Zukunft!

Jolly Jumper darf sogar Bier trinken – Solange er Lucky Luke nicht für sein Pferd hält

Von Stephan Baier

Edmund und Theo schafften es zumindest eine Zeit lang. Günther und Erwin tun es noch immer. Wladimir und Dmitrij ebenso. Bei Hillary und Barack ist die Sache schon zu verkorkst. Das wird nichts mehr, obwohl die amerikanische Verfassung im Gegensatz zur russischen und zur bayerischen dafür sogar einen eigenen Posten vorsähe. Doch nicht nur die gebannt auf den Kreml starrende Welt, sondern auch die im Biergarten die Frühlingssonne genießende bayerische Welt fragt sich: Kann das auf Dauer funktionieren, ein Duovirat?

Die großen Heldenepen des 20. Jahrhunderts beweisen: Es kann. Was wäre Asterix ohne Obelix, was Susi ohne Strolch, was Lucky Luke ohne sein treues und kluges Pferd Jolly Jumper? Nicht einmal halb so lustig wäre der kleine, freche Calvin ohne seinen überaus lebendigen Stofftiger Hobbes, von Laurel und Hardy – auch bekannt als „Dick und Doof“ – ganz zu schweigen. Nun wird trotz gelegentlicher Slapstick-Elemente niemand die russische oder gar die bayerische Politik mit Laurel & Hardy vergleichen wollen.

Dennoch potenziert das Duovirat nicht nur den Unterhaltungswert für das Publikum, sondern auch die Rollenmöglichkeiten der Darsteller: der Gute und der Böse, der Friedfertige und der Konfliktfreudige, der Moderne und der Konservative, der Liberale und der Gestrenge, der Hoffnung spendende und der Angst machende

Dmitrij Medwedjew und Wladimir Putin proben bereits. Wer wird wen an den Rand drängen, fragen viele Beobachter. Doch Laurel braucht Hardy und sogar Superman ist hin und wieder auf Lois Lane angewiesen. Natürlich kann es auch schiefgehen: Wenn Dmitrij meint, Wladimir sei sein Jolly Jumper, wird der ihm ganz schnell zeigen, wer von beiden als Kind in den Zaubertrank gefallen ist.