Ban verurteilt Irak-Terror

New York (DT/dpa) UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die jüngsten Terroranschläge im Irak scharf verurteilt. Die Attentate, bei denen mindestens 60 Menschen starben, seien „besonders schwerwiegend im heiligen Monat Ramadan“, erklärte Ban am Montag (Ortszeit) in New York. Er rief die irakische Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Im Irak wächst die Sorge, dass die einheimischen Sicherheitskräfte den Terroristen nach dem geplanten Abzug der US-Truppen zum Jahresende nicht gewachsen sein könnten. Der irakische Präsident Dschalal Talabani erklärte, ohne Lücken im Sicherheitsapparat wäre die Anschlagserie nicht möglich gewesen. „Und der Hauptgrund für diese Lücken ist, dass die politischen Beschlüsse nicht umgesetzt werden“, fügte er hinzu. Nach monatelangem Parteienstreit war im Dezember eine Koalitionsregierung unter Ministerpräsident Nuri al-Maliki vereidigt worden. Die Minister für Verteidigung, Inneres und Nationale Sicherheit wurden aber wegen des Streits um die Besetzung dieser Schlüsselressorts bislang noch nicht ernannt. Ban forderte die irakische Bevölkerung auf, sich nicht von dem Versuch aufwiegeln zu lassen, mehr Gewalt zu erzeugen. Vielmehr sollte die Führung in Bagdad weiter daran arbeiten, durch Dialog und Versöhnung Frieden zu schaffen. Schockiert von der jüngsten Terrorwelle zeigten sich auch die Angehörigen der christlichen Minderheit. Nachdem Extremisten am Montag eine Bombe vor einer im Bau befindlichen syrisch-orthodoxen Kirche in Kirkuk gezündet hatten, erklärte der Parlamentarier Hassan al-Alawi: „Dies ist nicht nur eine Explosion, die sich gegen ein Bauwerk richtet, das man Kirche nennt, dies ist Teil eines Genozids.“ In einem Telefoninterview mit dpa sagte er: „Die Regierung muss ihrer Verantwortung gerecht werden, damit sich diese Angriffe nicht wiederholen. Sie hat zwar immer wieder versprochen, die Christen zu schützen, aber getan hat sie nichts.“