Appelle wegen Irak-Flüchtlingen

Berlin (DT/KNA) Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat die Innenminister der Länder zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge aufgefordert. Die Innenministerkonferenz (IMK) am Donnerstag und Freitag in Potsdam solle bereits vor dem europäischen Rat der Justiz- und Innenminister einen entsprechenden Beschluss fassen, forderte DRK-Präsident Rudolf Seiters am Mittwoch in Berlin. Das wäre ein „positives Signal für eine europäische Lösung“. Seiters betonte, die Hilfe solle sich ausschließlich am Maß der Not orientieren. Er verwies auf Berichte von Rotkreuz-Mitarbeitern in der Region, wonach die Armut der zwei Millionen irakischen Flüchtlinge in Syrien und Jordanien von Tag zu Tag wachse. Seiters wandte sich mit seinem Appell brieflich an Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und den Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Brandenburgs Minister Jörg Schönbohm (beide CDU). Auch die menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Erika Steinbach (CDU), fordert die Innenminister der Länder zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge auf. Es brauche ein Zeichen der Solidarität mit verfolgten und gequälten Christen, sagte Steinbach am Dienstag der Katholischen Nachrichten-Agentur in Berlin. Sie seien die größte verfolgte Minderheit und hätten überproportional zu leiden. Steinbach betonte, die Innenminister sollten sich für die Aufnahme eines Kontingents von Irakern aussprechen. Sicherlich sei auch eine europäische Lösung wünschenswert und notwendig. Die Zahl der auf Aufnahme angewiesenen Iraker sei so groß, dass Deutschland die Hilfe nicht allein bewältigen könne. Es könne aber mit seinem Engagement, wie auch einzelne andere Länder, ein Beispiel für eine europäische Lösung geben. Steinbach sprach sich ausdrücklich dafür aus, gerade verfolgte Christen aufzunehmen. Muslime, die nicht in den Irak zurückkehren könnten, hätten in aller Regel eine Perspektive in einem der Länder der Region.