Anni Friesinger-Postma for Bundeskanzler

Traurig, traurig, die olympischen Spiele sind vorbei, die Eisschnellläuferin bleibt

Von Johannes Seibel

Jetzt sind sie vorüber, die olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver Es waren die besten und freundlichsten Spiele, die es jemals gab, sagt ehrlich gesagt zumindest der Präsident des Olympischen Komitees, Jacques Rogge. In vier Jahren wird er das dann auch in Sotchi ehrlich gesagt sagen, bei den Russen, die dürfen nämlich 2012 endlich den großen olympischen Traum leben und den großen Rubel machen.

Aber so richtig freuen kann man sich noch nicht darauf. Denn dann wird Anni Friesinger-Postma nicht mehr Eisschnelllauf laufen. Es waren die bewegendsten Momente dieser Spiele. Sie stürzt, schwimmt auf dem Eis nach vorne, schnellt mit letzter Kraft das Bein heraus über die Ziellinie, verzweifelt, trommelt aufs Eis, blickt kurz auf, springt auf und ist im Finale, wo dann die anderen Mädels im Verfolgungsrennen gegen die Japanerinnen Gold holen. Gold für Deutschland.

Anni Friesinger-Postma, dieser bayerisch-holländische Doppelpack. Sie muss das Bundesverdienstkreuz bekommen. Horst Köhler muss sie nach Berlin einladen. Denn während dieses politische Berlin wie im spätdekadenten Rom herumkaspert, reißt sich diese Anni Friesinger-Postma in der Tat das aus, was diese ganzen freien Demokraten von diesen Hartz-IV-Faulenzern fordern – sich nämlich endlich ein Bein rausreißen und nicht dem Staat auf der Tasche liegen.

Anni Friesinger-Postma, sie muss nicht nur das Bundesverdienstkreuz bekommen, sie muss in die Politik. Am besten für die SPD. Dann kann sie den Genossen zeigen, wie man ins Schwimmen kommen kann, wenn man nach links strauchelt, und trotzdem ins Ziel kommt – und zwar mit der Goldmedaille.

Ach, Anni Friesinger-Postma, was heißt SPD. Sie muss Bundeskanzlerin werden. Echt.