Berlin

Zentralrat der Juden warnt vor AfD-Regierungsbeteiligung

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, warnt vor einer Regierungbildung mit Hilfe der AfD.

Josef Schuster
Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland. Foto: Peter Kneffel (dpa)

Zwei Wochen vor den beiden nächsten Landtagswahlen im Osten mahnt der Zentralrat der Juden vor einer Regierung mit Hilfe der AfD.

Brandenburg und Sachsen: AfD in Umfragen bei über 20 Prozent

„Ich warne alle Parteien dringend davor, eine Koalition mit der AfD zu schließen“, sagte Ratspräsident Josef Schuster der „Welt am Sonntag“. Auch eine Minderheitsregierung unter Tolerierung der Partei würde bedeuten, dass zum politischen Überleben „immer auch nach rechts“ geschielt werden müsste. Am 1. September wählen die Bürger in Brandenburg und in Sachsen einen neuen Landtag. Umfragen sagen für die AfD Ergebnisse über 20 Prozent voraus.

Juden in Deutschland nicht zur Auswanderung aufrufen

Im Falle einer Duldung würde Schuster die Juden in Deutschland nicht zur Auswanderung aufrufen.
„Man müsste abwägen, was schlimmer wäre: eine Tolerierung oder die Nichtregierbarkeit bei der Aussicht, dass Neuwahlen vielleicht ein noch problematischeres Ergebnis brächten“, so der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Schuster: AfD "mit dem Rechtsextremismus verwoben"

Schuster betonte, die AfD sei „viel enger mit dem Rechtsextremismus verwoben“, als sie es nach außen darstelle: „Sie schürt Ängste und fördert ein Klima der Ausgrenzung von Minderheiten.“ Die AfD verbinde Anschläge islamistisch motivierter Täter mit populistischer Propaganda, „um generell gegen Minderheiten zu hetzen“. Damit schüre sie ein Klima, das sich letztlich auch gegen Juden richte.

DT/jobo/KNA

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