Geseke

Im Zweifel erst mal töten

Das Leben hat immer Vorrang. Ein Kind ist immer ein Geschenk. Von Peter Winnemöller

Die Thantophilie einiger Abtreibungsaktivisten nimmt zuweilen äußert krude Züge an. Eine Abtreibungsaktivistin in Richterrobe sorgte jüngst in Großbritannien für Aufsehen, da sie urteilte, einer geistig behinderten Frau müsse das Kind im Bauch getötet werden. Der Zynismus dieser Lebensfeindlichkeit ist unerträglich, zumal herauskam, dass die Richterin fast im Gleichschritt mit den Ärzten handelte, die der jungen Mutter „eine neue Puppe“ nach der angeblichen Operation versprachen.

Riesenglück für Mutter und Kind

Es ist ein Riesenglück für Mutter und Kind, dass sich ein Berufungsgericht fand, welches das ungerechte Urteil aufhob und die vorgeburtliche Kindstötung untersagte. Schon längst wissen oder ahnen es viele Gynäkologen und Psychotherapeuten, dass eine Abtreibung schwere Folgen für die Frau haben kann. Leider liegen bislang immer noch keine validen Studien zum Postabortionssyndrom vor. Es ist hoch an der Zeit! Wenn nun schon eine geistig gesunde Frau schwersten Schaden von einer Abtreibung davontragen kann, um wieviel mehr eine geistig behinderte junge Frau, die womöglich nur rein intuitiv die Gewalt wahrnimmt, die ihrem Kind angetan wird.

Leben hat immer Vorrang

Schwangerschaft ist keine Krankheit! Vieles während einer Schwangerschaft läuft unbewusst ab und es darf durchaus angenommen werden, dass die junge Frau trotz ihrer geistigen Behinderung mehr von ihrer Schwangerschaft weiß, als es all die Richterin und die Mediziner wahrhaben wollen.

Das Leben hat immer Vorrang. Ein Kind ist immer ein Geschenk. Auch wenn die junge Mutter auf dem geistigen Stand eines Kleinkindes ist, gibt es keinen Grund ihr Kind zu töten. Das Argument, eine Geburt könne sie traumatisieren ist geradezu absurd. Auch wenn sie nie die Mutterpflichten in der ganzen Fülle wahrnehmen können wird, so kann auch ein behinderter Mensch Mutter sein und lieben. Das Kind wird in der Familie, also in einem gesunden sozialen Umfeld, aufwachsen können.

Der zynischen Logik des Todes müssen besonders Katholiken noch stärker entgegentreten. Immerhin sind Katholiken fast die letzte Bastion zur Verteidigung des Lebens in Europa.

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DT (jobo)

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