Ausflugsziele: Historischer Loktransport der „Hegel“ in Chemnitz: Dujardin: Ausflug in eine stillgelegte Weinbrennerei

Am 22. August findet in Chemnitz aus Anlass des 200. Geburtstages des „Sächsischen Lokomotivkönigs“ Richard Hartmann ein historischer Loktransport statt. Die 123 Jahre alte Dampflok „Hegel“ aus dem Verkehrsmuseum Dresden wird von 16 Pferden durch die Innenstadt gezogen, begleitet von einem Festumzug mit zehn historischen Bildern. Die Chemnitzer Loktransporte sind Tradition. Richard Hartmann hat es gewagt, bereits 1848 in Chemnitz Lokomotiven zu bauen, ehe die Stadt ans Eisenbahnnetz angeschlossen war. Die ersten in Chemnitz gebauten Loks wurden daher in Einzelteile zerlegt nach Leipzig transportiert. Ab 1852, mit der Eröffnung der Bahnlinie Riesa-Chemnitz, wurden die Lokomotiven von Pferdegespannen zum Bahnhof gebracht und dort auf die Gleise gesetzt. Das Sächsische Eisenbahnmuseum Chemnitz lässt nun zum zweiten Mal diese Tradition aufleben. Start ist um 9 Uhr mit einem Festprogramm am Chemnitzer Volksfestplatz. Um 11 Uhr setzt sich der Festumzug in Richtung Hauptbahnhof in Bewegung. Von dort gibt es einen Shuttle-Betrieb zum 19. Heizhausfest im Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz.

Der Uerdinger Destillateur Henry Melcher war der erste, der sich in Deutschland mit dem Brennen von Wein und Cognac-Herstellung befasste. 1810 legte er den Grundstein zu einem Unternehmen, das später unter dem Namen „Dujardin“ zur größten Weinbrennerei Deutschlands wurde. In den siebziger und achtziger Jahren ging die Nachfrage nach Spirituosen zurück, woraufhin Dujardin fusionierte und Vertrieb, Verwaltung und Abfüllung verlagerte. Seit 2006 ist der Brennkessel in Uerdingen kalt. Heute lädt die historische Weinbrennerei zum kulturhistorischen Einkehren ein. Jeden Samstag und Sonntag können Besucher von 10 bis 16 Uhr Einblick in die Hallen mit ihrer historischen Ausstattung nehmen. Wer möchte, kann sich bei einer Führung über die Abläufe in Brennerei, Destille, Kräuterküche und Küferei informieren. DT/sei