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Kinderkatechese: Jesus ist das rettende Licht

Am 2. Februar feiern wir das Fest „Mariä Lichtmess“. Was Jesus mit Licht zu tun hat, erfährst du hier!
Lichtkreuz
Foto: Linner | Zum Fest Mariä Lichtmess hat Opa aus Holzspänen ein kunstvolles Kreuz angefertigt. Mit Wachs haben die Kinder dann die geweihten Kerzen darauf geklebt. Gemeinsam beten sie nun ein Gesätzchen vom Rosenkranz.

Maxi hatte schon länger einen geheimen Plan. Beim nächsten Besuch bei Opa und Oma wollte er zur alten Burg gehen und dort in den etwa 300 Meter langen Verbindungsgang zum Pulverturm durch eine kleine Maueröffnung einsteigen. Leni hatte er eingeweiht. Aber irgendwie bekamen auch die jüngeren Cousins davon Wind. Schnell war klar, dass auch Josef, Marta und Jonas diese heimliche Unternehmung mitmachen wollten.

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Dumm war nur, dass sie bloß eine Taschenlampe hatten. Die Kinder machten sich auf den Weg und hatten schon bald die kleine Maueröffnung entdeckt. Nacheinander quetschten sie sich durch das enge Loch. „Wir gehen mal Richtung Burg“, übernahm Maxi die Führung. Es war gar nicht leicht, sich mit nur einer Taschenlampe zu orientieren, die jeder mal halten wollte.

Im Dunkel der Nacht 

Plötzlich blieb Josef stehen: „Achtung. Da vorne ist was Dunkles!“ Die zwei Kleinen wollten wieder umkehren. Nach einer kurzen Beratung entschieden sie sich weiterzugehen. „Das ist nur ein alter Karren!“, erkannte Marta beim Näherkommen und die Kinder gingen vorsichtig weiter. Da entdeckte Jonas zwei leuchtende Punkte. Ängstlich fragte er: „Was ist denn das da hinten?“ Jonas richtete die Lampe darauf. Da bewegten sich die Punkte plötzlich schnell auf die Kinder zu. Etwas Dunkles, Weiches streifte sie und verschwand. Die Kinder waren zu Tode erschrocken. „Miau!“, hörten sie. – „Gott sei Dank nur eine Katze!“ Aber auf einmal war es stockdunkel. Jonas hatte vor lauter Schreck die Lampe fallen lassen. Die Jüngeren weinten. Jonas war untröstlich. „Wir brauchen Licht, sonst kommen die Kleinen hier nicht mehr raus“, erklärte Maxi schnell. „Ich hole uns von Opa eine neue Lampe.“ Die anderen waren einverstanden, hier zu warten. Aber im Dunkeln war ihnen doch ganz schön mulmig zu Mute.

Auf allen Vieren kroch Maxi vorsichtig zur Maueröffnung zurück. Mehrmals stieß er Hände und Kopf an der rauen Wand. Das tat weh, aber er hatte keine Wahl. Er musste seine Freunde da rausholen. Endlich war er an der Öffnung, zwängte sich hindurch und lief schnell zu Opa, der ihn gleich mit drei Taschenlampen zurückbegleitete. Mit den neuen Lampen fand Maxi bald die verängstigten Freunde und sie eilten zur Öffnung zurück. Opa drückte jedes Kind an sich und brachte alle wohlbehalten nach Hause.

Darstellung des Herrn 

Opa schimpfte nicht. Das tat er eigentlich nie. Er erzählte aber gern Geschichten, die mit dem Leben zu tun haben. Und so waren die Fünf gespannt, was er sagen würde, als sie vor einer Tasse Kakao um den Tisch saßen. Opa hatte seine Bibel aufgeschlagen und las die Geschichte von der „Darstellung des Herrn“ vor, das heißt, wie Jesus 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wurde. Er erklärte, dass bei den Israeliten jeder erstgeborene Junge Gott gehörte und für ihn ein Opfer dargebracht wurde. Und auch für Jesus brachten seine Eltern im Tempel in Jerusalem zwei Tauben dar. Da trafen sie einen alten Mann mit Namen Simeon. Als dieser Jesus sah, wusste er sofort, dass er der Messias war, und sprach einen Lobpreis über ihn.

Opa betont dabei besonders folgenden Satz: Jesus ist das Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für sein Volk Israel (vgl. Lk 2,32).  „Aber warum sagt Simeon, dass Jesus ein Licht ist?“, fragt Josef. „Er ist doch keine Taschenlampe“, witzelt Maxi. „Aber wir haben heute gemerkt, wie wichtig Licht ist. Sonst wären wir aus dem Gang nicht mehr rausgekommen“, erklärt Leni.

Opa schaut seine Enkel an: „Der greise Simeon sprach diesen Satz in einer Zeit, wo der Glaube vieler Heiden so dunkel war, dass sie meinten, ihre Götter wollten Menschenopfer, und sie töteten sogar die eigenen Kinder. Die Heiden sollten erleuchtet werden, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der nicht den Tod der Menschen will, sondern ihr Leben. Und auch die Israeliten sehnten sich nach dem Messias, um von aller Sünde und Not erlöst zu werden. Jesus ist das Licht, das uns aus allen dunklen Gängen herausführt – zu Gott, wo es ganz hell ist“, sagt Opa.

Jeus unser Licht 

Nach kurzem Überlegen fährt er fort: „Und Maxi hat heute etwas getan, so ein bisschen wie Jesus. Er hat einige Beulen und Schrammen davongetragen, um euch neue Taschenlampen zu bringen. Jesus war bereit, sich am Kreuz zu opfern, um uns das Licht der Gnade zu bringen“, sagt Opa. „Wo ein Licht ist, habe ich keine Angst“, meint der kleine Jonas. „Manchmal sehen wir das Licht nicht gleich“, antwortet Opa. „Aber Jesus wohnt in eurem Herzen. Er ist immer da als euer Helfer und Beschützer. Da zeigt er euch, was gut und böse ist. Und er legt Freude und Licht in euer Herz.“

„Ein anderer Name für das Fest 'Darstellung des Herrn' ist 'Maria Lichtmess‘“, erklärt Oma, die gerade hereinkommt, „weil an diesem Tag Kerzen in der heiligen Messe gesegnet werden. Und ich hab hier einige!“ Deshalb bittet Opa seine Enkel nach dem Abendessen, mit ihm in die Holzwerkstatt zu kommen. „Heute Abend will ich euch noch einen alten bayerischen Lichtmess-Brauch zeigen.“

Katechese zu Mariä Lichtmess
Foto: Linner | Vor der Holzwerkstatt spaltet Opa vor den Augen der staunenden Enkel dünne Späne von einem Holzscheit. Daraus steckt er anschließend ein Kreuz zusammen, auf das die Kinder dann die geweihten Kerzen stecken.

Von einem dicken Holzscheit spaltet Opa in der Werkstatt mit seinem Beil dünne Späne. Als sie wieder zurück im Wohnzimmer sind, steckt er die Späne zu einem kunstvollen Kreuz zusammen. Oma hat die geweihten Kerzen gebracht: „Und jeder von euch darf sich eine nehmen, auf einen Span kleben und anzünden.“ Als Oma das elektrische Licht löscht, schauen die Kinder auf die Kerzen, jedes Kind auf seine. „Jetzt könnten wir ein Gesetz vom Rosenkranz beten“, schlägt Opa vor. „Habt ihr eine Idee, welches Geheimnis?“ „Ich denke: ?Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast‘“, meint Leni. „Und wenn wir in die Kerzen schauen, können wir daran denken, dass Jesus unser Licht ist, dass er alle böse Dunkelheit vertreiben und unser Leben hell machen will.“ „Und dass wir nicht mehr im finsteren Gang sind“, ergänzt Marta zufrieden, bevor sie sich an Oma kuschelt und alle zusammen mit einem Kreuzzeichen das Gebet beginnen.

Info: Tipps zur Katechese

Lesetipp

Was war bei der Darstellung Jesu im Tempel los? – Lukas 2,22-40

Warum gehörte jede männliche Erstgeburt Gott? – Exodus 13,1-15

Basteltipp

Bastelt mit Euren Eltern ein Lichtmesskreuz und klebt Kerzen darauf. Oder gebt etwas Sand in eine Schüssel und steckt Kerzen auf.

Gebetstipp

Betet am Abend ein Gesetz vom Rosenkranz:

Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.


Martin Linner
Foto: Privat | Pater Martin Linner ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae und ist als Seelsorger in der Familien- und Jugendarbeit tätig.

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Martin Linner Darstellung des Herrn Jesus Christus Kerzen Kreuz Mariä Lichtmess Rosenkranz

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