Mütter

Katholischer Mama-Kongress: Starke Mütter, starke Familien

Vom 18. bis zum 25. November geht der zweite katholische Mama-Kongress online in die zweite Runde.
Die eigene Mutterschaft liebend anzunehmen wird Müttern heute nicht immer leicht gemacht.
Foto: Monkey Business 2 via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Die eigene Mutterschaft liebend anzunehmen wird Müttern heute nicht immer leicht gemacht.

Frau Herold, wie möchte der Mama-Kongress Mütter unterstützen?


Die Zielsetzung der Veranstaltung ist, Müttern Wertschätzung zu vermitteln und den Blick für die Bedeutung der Mutterschaft und die Größe dieser wunderbaren Aufgabe zu weiten. Wir möchten Mütter außerdem ganz konkret für die Aufgaben und Herausforderungen des Alltags stärken. Dazu vermittelt der Kongress Fachwissen und hilft Müttern bei der Vernetzung. Es ist wichtig für Mütter, zu wissen, dass es viele andere gibt, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie sie, aber auch ähnlich Schönes erleben.


Das scheint auf dem ersten Mama-Kongress gut funktioniert zu haben?


Ja! Wir hatten 2100 Teilnehmerinnen und haben unglaublich viele positive Rückmeldungen erhalten. Eine Mutter aus der Diaspora, die ihren Kindern zuliebe auf eine berufliche Karriere verzichtet hat, schrieb uns: „Der Kongress hat mich sehr gestärkt. Dieses Spektrum an verschiedenen Themen, Fachreferenten und vor allem Mamis, die so ehrlich, authentisch und einfach wunderschön aus ihrem Alltag erzählt haben, haben mir so viel Kraft und Zuversicht gegeben. Und so manche Träne ist auch geflossen.“ Genau darum geht es uns: Mamas zu stärken.


Wie sieht das Konzept der Veranstaltung aus?


Wir möchten einen Spannungsbogen schaffen, von Fachreferenten aus verschiedenen Disziplinen bis hin zu Müttern, die aus ihrem Alltag erzählen. Das sind Mütter, die ihren Alltag mit ihren Kindern verbringen und genau dadurch eine Botschaft haben, die sie in zwanzigminütigen Videos mit uns teilen. Wir haben bewusst diesen Spannungsbogen von fachlichen Vorträgen bis hin zu Zeugnissen aufgemacht, weil man dadurch am besten voneinander lernt. Vielleicht war es früher in Großfamilien einfacher möglich, von anderen Müttern zu lernen. Das ist heute etwas verlorengegangen.


Was haben Sie aus dem letzten Mama-Kongress gelernt?


Wir haben aus den Rückmeldungen gelernt, dass es noch mehr um Vernetzung gehen muss. Neu wird dieses Jahr ein Forum auf der Plattform des Kongresses sein. Dort kann man sich kennenlernen, sich zu bestimmten Vorträgen oder Themen austauschen oder auch mit Müttern aus der gleichen Region in Kontakt treten.
Außerdem besteht der Wunsch nach mehr Live-Elementen während des Kongresses. Es wird dieses Jahr mehr Workshops und Austauschgruppen geben als letztes Jahr. In den Workshops stehen die Referenten einzelner Vorträge zur Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Austauschgruppen wird es zu bestimmten Themen geben, zu denen man sich abends bei einer Videokonferenz einklinken kann. Jeder Tag schließt außerdem mit einem kurzen Abendgebet, das aus Impuls, Gebet und priesterlichem Segen besteht. Das ist bewusst so konzipiert, dass die ganze Familie daran teilnehmen kann. Vielleicht hilft das auch einigen Familien, ein tägliches gemeinsames Abendgebet einzuführen.
Wir haben auch den Zeitraum des Kongresses von einem Wochenende auf eine Woche verlängert und die Anzahl der Vorträge auf rund 40 reduziert. Wir haben die Rückmeldung erhalten, dass viele Teilnehmerinnen es auch über das Jahr nicht geschafft haben, die knapp 100 Vorträge des letzten Kongresses zu schauen. Man kann dieses Jahr aber das Archiv dazubuchen und auch auf die Vorträge des letzten Jahres zurückgreifen.

Lesen Sie auch:


Welche Inhalte bietet der diesjährige Mama-Kongress?


Wir haben den groben inhaltlichen Aufbau des ersten Mama-Kongresses beibehalten und beginnen mit einem Plädoyer für die Mutterschaft. Weitere Themen sind Ehe und Eheleben, Erziehung und Kinder, Mamasein im Alltag, Identifikation mit der Mutterschaft und der Glaube als Quelle der Stärkung. In den Fachvorträgen bemühen wir uns, möglichst viele Disziplinen abzudecken. Wir haben Redner aus Pädagogik, Psychologie, Theologie, Politik und Philosophie. Darunter sind zum Beispiel die Publizisten Birgit Kelle und Bernhard Meuser, der Psychologe Christian Spaemann, der Philosoph und Theologe Stefan Kampowski und die Ärztin Susanne van der Velden von Fertility Care.


Worin liegen für Sie die größten Herausforderungen für Mütter heute?


Ich glaube, eine der größten Herausforderungen heute ist, die eigene Mutterschaft liebend anzunehmen und ganz in dieser Berufung zu stehen, zu wissen, warum man Mutter ist. Das ist so schwierig, weil heutzutage Müttern so wenig Anerkennung aus der Gesellschaft entgegengebracht wird. Man bekommt Anerkennung für Berufe und Abschlüsse, aber nicht dafür, Mutter zu sein. Das beginnt schon mit Kleinigkeiten: Wenn man als Mutter, die zuhause bei den Kindern bleibt, manches Formular ausfüllt, muss man „nicht berufstätig“ ankreuzen. „Nicht“ ist negativ, es schwingt immer das „nur zuhause“ mit. Diese Kleinigkeiten können es einem manchmal erschweren, die eigene Mutterschaft ganz anzunehmen.


Eine zweite Herausforderung ist dann die Erziehung mit einem klaren Ziel und dem Bewusstsein, wohin man seine Kinder erziehen möchte. Dazu muss man heute ein stückweit gegen den Strom schwimmen und das kann man nur, wenn man aus einem bestimmten Selbstverständnis heraus lebt. Hier hilft der Glaube sehr. Aus der Bibel wird sehr klar, dass Gott eine große Wertschätzung für Mütter hat. Mutter sein ist Berufung, wie es im ersten Auftrag Gottes an die Menschen lautet: „Sei fruchtbar und vermehrt euch.“ Aus unserem Glauben können wir eigenen Standpunkt, die Vision und das Ziel für die Erziehung unserer Kinder schöpfen.

Anmeldung: dermamakongress.com

Miriam Herold lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Berlin, wo das Ehepaar den deutschen Zweig der Initiative Christliche Familie aufbaut.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Franziska Harter Katholizismus

Weitere Artikel

Mütter stärken und inspirieren, voneinander lernen, Gemeinschaft bilden: So sah das gelungene Rezept des zweiten katholischen Mamakongresses aus.
30.11.2022, 14 Uhr
Franziska Harter

Kirche

Der Freiburger Dogmatiker Helmut Hoping analysiert das Magnus Striets Buch „Für eine Kirche der Freiheit“
07.12.2022, 11 Uhr
Vorabmeldung
Papst Franziskus überreicht den renommierten Ratzinger-Preis an den französischen Dogmatiker Michel Fedou SJ und den Rechtsgelehrten Joseph Halevi Horowitz Weiler.
06.12.2022, 14 Uhr
Stephan Baier
Der Ton bei Kirchens wird rüder. Nun verschärft das Internetportal katholisch.de seine Netiquette und stellt Kriterien auf, über die man streiten kann.
03.12.2022, 11 Uhr
Regina Einig
Die Gruppe, die zum kontinentalen europäischen Vorbereitungstreffen der Weltsynode nach Prag fahren soll, repräsentiert die deutschen Katholiken in keiner Weise.
02.12.2022, 11 Uhr
Dorothea Schmidt
Nach russischer Empörung wurden die Internetseiten des Heiligen Stuhls attackiert. Auffällige Parallelen zum Hacker-Angriff auf das Europäische Parlament.
01.12.2022, 12 Uhr
Meldung