Burger-Proteste

Im israelischen Haifa gibt es Ausschreitungen, weil ein Museum das Maskottchen des Fastfood-Konzerns „McDonald's“ ans Kreuz genagelt zeigt. Von Maximilian Lutz
Maskottchen Ronald McDonald
Foto: dpa | Aufnahme aus fröhlichen Tagen, als Ronald McDonald nichts weiter war als ein Werbe-Maskottchen.
Maskottchen Ronald McDonald
Foto: dpa | Aufnahme aus fröhlichen Tagen, als Ronald McDonald nichts weiter war als ein Werbe-Maskottchen.

Haifa (DT) Am vergangenen Wochenende ist es in der israelischen Stadt Haifa zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten arabischer Christen gekommen. Der Grund: Ein Kunstwerk, das das Maskottchen des amerikanischen Fastfood-Unternehmens „McDonald's“ an ein Kreuz genagelt zeigt. Die Skulptur mit dem fragwürdigen Namen „McJesus“ wird im „Haifa Museum of Art“ ausgestellt.

Wie die „Times of Israel“ berichtet, versuchten mehrere hundert Demonstrierende am vergangenen Freitag, sich mit Gewalt Zutritt zum Museum zu schaffen. Drei Polizeibeamte wurden dabei von Steinwürfen verletzt. Die Polizei soll mit Tränengas und Blendgranaten reagiert haben, um sich gegen die aufgebrachte Menge zu verteidigen. Diese forderte, dass die Skulptur aus dem Museum entfernt wird.

Einer der Demonstranten beschwerte sich, dass die Regierung keine schnelle Reaktion zeige, weil es eine christliche Minderheit sei, die ihre Interessen verletzt sieht. „Wenn eine Skulptur von Hitler mit Tora aufgestellt worden wäre, hätten sie sofort reagiert“, zitiert die „Times of Israel“ den empörten Bürger. Das Museum war bereits mit zusätzlichen Sicherheitskräften bewacht worden, da bereits am Donnerstag ein Molotow-Cocktail geworfen wurde.

Die „McJesus“-Skulptur des finnischen Künstlers Jani Leinonen, die einen gekreuzigten Ronald McDonald darstellt, ist bereits seit August 2018 in dem Museum in Haifa zu sehen. Sie ist Teil einer Ausstellung mit dem Namen „Sacred Goods“ (Heilige Güter).

Die israelische Kulturministerin Miri Regev hatte schon am vergangenen Donnerstag in einem Brief an das Museum darum gebeten, dass die anstößige Skulptur entfernt werde. „Respektlosigkeit gegenüber religiösen Symbolen, die vielen Gläubigen weltweit heilig sind, als eine Form des künstlerischen Protests darzustellen, ist illegitim und kann in einer kulturellen Einrichtung, die mit staatlichen Mitteln finanziert wird, nicht als Kunst dienen“, so Regev.

Um den Konflikt beizulegen, wurde nun am Eingang zum Ausstellungssaal ein Hinweisschild angebracht, das Besucher vor „potenziell anstößigen“ Darstellungen warnt.

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