Ungeschminkt

Schöner „trans“ sein mit der Maus

Die Maus macht jetzt besonders kindgerechtes Ideologiefernsehen. So können Mama und Papa ruhig schlafen, während die Kids über Transmenschen aufgeklärt werden
«Sendung mit der Maus»
Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) | Seit mehr als 50 Jahren gibt es vom WDR für Kinder die "Sendung mit der Maus". Christoph Biemann gehört schon lange zur Redaktion. Man sollte meinen, er habe Erfahrung mit Themen für Kindern.

Liebe Kinder gebt fein Acht, jetzt wird Ideologie gemacht. Sonntagmorgen kommt nicht nur die Sendung mit der Maus, sondern auch die mit dem Kinder-Transunterricht. Der Erik ist jetzt Katja und damit ganz doll glücklich, durfte die Zielgruppe zwischen 4 (!) und 9 Jahren vergangenen Sonntag lernen, während Mama und Papa sich noch eine Resthalbestunde Schlaf gönnten und die Kinder vor unschuldigem Maus-Fernsehen wähnten. Schließlich stand in der Sendungs-Beschreibung im Internet ja nichts davon, dass man sich dem kindgerechten Thema Transgesetzgebung und Geschlechtsumwandlung widmen würde.

Stattdessen nur, man zeige Erik beim Tapezieren und die Katja beim Streichen. Man vergaß bloß den Hinweis, dass Erik jetzt Katja selbst ist. Was sich also wie eine Sach- und Lachgeschichte zum Thema Wohnungsrenovierung anhört, entpuppte sich dann als astreine Trans-Propaganda aus Anlass der weltweiten Feierlichkeiten zum „Trans Visibility Day“. Den, liebe Kinder, feiert man nämlich diese Woche am 31. März. Was sicher auch eine ganz wichtige Information für Kindergartenkinder darstellt.

„Ich dachte in meiner grenzenlosen Naivität,
es sei das Erkennungszeichen einer zunehmend aggressiven LGBT-Lobby,
die keine Gelegenheit auslässt, um ihre Agenda inzwischen selbst an 4-Jährige zu bringen“

Ja, warum nur Erwachsene mit Gender-Politik dauerbeschallen, wenn man es auch schon mit den Kleinsten machen kann? Und ein bisschen kann man fast schon froh sein, dass nur der obdachlose Erik jetzt sein Comingout als Frau hatte und nicht die Maus selbst heimlich Frauenunterwäsche trägt. Oder der lila Elefant sich jetzt als Giraffe identifiziert und damit automatisch all jene Kinder wahrscheinlich als „elephantophob“ gelten würden, die das nicht bedingungslos akzeptieren, weil sie noch einen gewissen Restverstand besitzen, der noch nicht mit Regenbogenfarbe überstrichen wurde.

Beim WDR kann man derweil die ganze Aufregung um diese Sendung gar nicht nachvollziehen, man zeige doch bloß „Lebensrealität“. „Bei uns war keine Agenda dahinter“, lässt der zuständige Redakteur verlauten. Ja klar, deswegen kündigt man auch rein zufällig zeitlich passend den Aktivisten-Tag an, ohne den Hinweis an die lieben Kleinen zu vergessen, dass an diesem Tag auch in Schulen Transmenschen ihre Geschichten erzählen werden. Da freuen sich Eltern noch mehr! Wir lernen auch, dass die Regenbogenfahne ein „Zeichen für Frieden und Vielfältigkeit" sei, mit der auf der ganzen Welt dafür geworben werde „nett zueinander zu sein und einander zu respektieren, damit jeder so leben könne, wie er wolle".

Erik nennt sich plötzlich Katja und trägt Frauenkleidung

 

 

So ein Glück, denn ich dachte in meiner grenzenlosen Naivität, es sei das Erkennungszeichen einer zunehmend aggressiven LGBT-Lobby, die keine Gelegenheit auslässt, um ihre Agenda inzwischen selbst an 4-Jährige zu bringen. Man sieht, auch als Erwachsener kann man bei der Maus viel lernen. Dazu lässt die Redaktion uns wissen, man habe lediglich die Geschichte von Erik weiterzählen wollen, der vor vier Jahren als Obdachloser porträtiert worden war. Kinder hätten sich erkundigt, was aus ihm geworden sei.

So klärt sich das alles auf: Die Kinder haben nach Erik gefragt. Man muss sich das sicher so vorstellen, dass die 9-jährige Laura eines Tages unvermittelt mit ihrem Langzeitgedächtnis punktete und ihre Mama fragte: Sag mal, was ist eigentlich aus dem Erik geworden, den ich damals, als ich vier war, bei der Maus in einer Sachgeschichte gesehen habe? Und die Mama sagte sicher, schreib doch mal und frag den WDR. Und prompt reagiert dieser, um erstaunt festzustellen, dass Erik jetzt statt Schlafsack Glitzerpumps besitzt. Man fragt sich, wen der WDR für dümmer hält: Die Kinder, oder die Eltern?

Freudig wird das geplante Selbstbestimmungsgesetz angepriesen

Aber wenn schon, dann sollte man Laura und ihren Kindergartenfreunden die ganze Geschichte über das neugeplante Selbstbestimmungsgesetz erzählen. Also nicht nur, wie die Maus-Moderatorin es freudig anpreist, weil dann „kein Gericht und kein Gutachter mehr darüber entscheiden“ kann, wenn jemand sein Geschlecht wechselt. Sondern auch die praktische Handhabung: Also liebe Laura, wenn euer Nachbar Peter demnächst als Sabine im Schwimmbad auftaucht und seinen weiblichen Penis in einen Bikini packt, dann freut sich die Mama ganz tolerant, dass die Sabine sich jetzt mit euch die Damen-Umkleide teilt. Und der Papa erst!

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