Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 8. August

Nur ein Symbol?
Internationale Zeitschriftenschau am 08. August

Nur ein Symbol?

Der Catholic Herald befasst sich mit einer Umfrage unter US-Katholiken. Derzufolge glauben an die Realpräsenz, also an die tatsächliche Gegenwart Christi in der Eucharistie, nur noch 50 Prozent der Gläubigen. Die übrigen 50 Prozent halten die Eucharistie nur für ein „Symbol“. Father Dwight Longenecker zufolge liege der Grund für diese Spaltung unter den Katholiken in zwei diametral entgegengesetzten Auffassungen über das Christentum: Die moderne materialistische Sichtweise besage, „dass das Christentum eine menschliche Erfindung“ einer bestimmten Zeit und Kultur und damit relativ und wandelbar sei. Nicht nur die Eucharistie, sondern auch der gesamte christliche Glaube sei ein Symbol. Für die zweite, die „übernatürliche“ Perspektive hingegen ist der Glaube offenbart worden und damit nicht relativ. „Die große Spaltung“, so Longenecker, „besteht heute nicht mehr zwischen Protestanten und Katholiken, sondern zwischen denen, die an eine offenbarte Religion und denen, die daran glauben, es sei alles nur ein Symbol.“

„Der Mann braucht die Frau“

Marc und Maryvonne Pierre befassen sich in Homme Nouveau mit der Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft, in der der Feminismus alle entscheidenden sozialen Beziehungen zerstöre: die Rolle der Mutter, die Rolle der Ehegattin, die Rolle der Frau im Allgemeinen. Die Männer fühlten sich ungeschützt und neigten dazu, sich zurückzuhalten, „sich abzuschotten oder, wenn sie unter sich sind, sich mit mehr oder weniger dummen Witzen über Frauen abzureagieren oder sie sogar als Spielzeug zu betrachten, um all ihre Lüste zu befriedigen“. Wir befänden uns in einem „Geschlechterkrieg“, der sowohl Männlichkeit als auch Weiblichkeit zerstöre: „Die Männer sind nicht mehr der Rückhalt, die Unterstützung, und die Frauen haben ihr Herz abgetötet, um Rivalen des Mannes zu werden.“ Doch Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau, er hat eine Gesellschaft erschaffen, die sich aus zwei unterschiedlichen und damit sich ergänzenden Geschlechtern zusammensetzt, in der jeder seine Rolle hat. Dies ist die Ursache für deren unterschiedliche Aufgaben und Verantwortungen. So habe „Jeanne d'Arc zwar Frankreich gerettet, wie es heißt. Natürlich hat sie die Engländer in Orléans geschlagen, doch ist das ihre wahre Mission, zu der die Engel sie gesandt hatten?“, fragen die Verfasser des Beitrags. Nein, „ihre Rolle bestand darin, den kleinen König von Bourges abzuholen“, der vor Angst nur so schlotterte, um ihn nach Reims zu führen und ihn zum König krönen zu lassen: „Das ist die Rolle der Frau: den Mann in die Lage zu versetzen, seine Verantwortung zu übernehmen und seine Mission zu erfüllen. Sie hat ihm Mut gemacht und König Karl VII. in seiner Rolle gestärkt – er wurde zu einem der größten Könige Frankreichs, zu dem, der Frankreich vom englischen Joch befreite.“ Die Rolle der Frau bestehe also nicht darin, „den Platz des Mannes einzunehmen oder mit ihm in Bezug auf seine Rolle als Ehemann, Vater oder Familienhaupt zu konkurrieren …, sondern vielmehr darin, ihn in seiner eigenen Rolle anzuerkennen“. Der Mann hingegen besitze „nicht die Intuition der Frauen, die Intuition des Herzens, die stets auf das Wohl hin ausgerichtet zu sein scheint. Der Mann hat andere Talente, doch er braucht eine echte Frau, um ein großer Mann zu sein“.

Sprachvorschriften amerikanischer Universitäten

Der National Review berichtet über Sprachreglementierungen an Universitäten des Landes. So analysiert Katherine Timpf die neuesten Vorgaben des „Inklusiven Sprachführers“ der Colorado State University. Dieser Sprachführer belehrt die Studenten, den Gebrauch der Wörter „Amerika“ und „amerikanisch“ zu „vermeiden“, weil ein derartiger Sprachgebrauch „andere Kulturen auslöscht“: Der amerikanische Kontinent umfasse „viel mehr als nur die Vereinigten Staaten“, stellt der Sprachführer fest: „Es gibt Südamerika, Mittelamerika, Mexiko, Kanada und die Karibik, um nur einige wenige der 42 Länder insgesamt zu nennen“. „Wenn wir über ,Amerikaner‘ in den Vereinigten Staaten sprechen, meinen wir damit normalerweise nur Menschen aus den Vereinigten Staaten. Das löscht andere Kulturen aus und stellt die Vereinigten Staaten als das dominierende amerikanische Land dar.“ Statt „Amerikaner“ sollten die Studenten die Wörter „U.S. citizen“ („US-Bürger“) oder „person from the U.S.“ benutzen. Auch „männlich“ und „weiblich“ solle den universitären Sprachregeln in Zukunft zufolge nicht mehr gebraucht werden, weil sich dies „auf das biologische Geschlecht und nicht auf das Gender“ eines Menschen beziehe.

Nur zwei Kinder wegen der Umwelt: Prinz Harrys politischer Aktivismus

Auf Kritik stößt die Ankündigung von Prinz Harry, aus Gründen des Umweltschutzes höchstens zwei Kinder haben zu wollen. Das sei „woke politics at its worst“, eine politisch-aktivistische Zeitgeistpolitik der schlimmsten Sorte, wie Joanna Rossiter im Spectator kommentiert. Denn: „So sehr uns Harry glauben machen möchte, dass seine Entscheidung eine große persönliche Belastung für ihn sei, so nimmt er doch lediglich eine ethische Haltung ein, die seinem Lebensstil am besten entspricht.“ Ein solch „maßgeschneidertes Moralkonzept“ finde sich heutzutage überall: vom sogenannten „Flexi-Veganismus“ bis hin zu den Langstreckenflügen so mancher Unterstützer der „Untergangsrevolte“. Dieses Konzept macht es Menschen möglich, „Tugend zu signalisieren, ohne allzu viel an ihrer Lebensweise ändern zu müssen. Harrys scheinbar selbstloses Verhalten in Bezug auf die nationale Geburtenrate ist ein klassisches Beispiel dafür: Manche Menschen entscheiden sich für zwei Kinder als ideale Kinderanzahl und nicht etwa aufgrund irgendeiner großen Sorge um das Klima.“ Ein Blick in „Harrys neu entdeckten Umwelteifer“ zeige, dass er den Kauf von in Plastik abgepacktem Obst erst kürzlich als „schmutzige Angewohnheit“ bezeichnete. Was er jedoch nicht diskutiere, seien die Aspekte seines Lebensstils, die er eher nicht „um der Umwelt willen“ aufgeben wolle, so etwa Langstreckenflüge. Seine zunehmend „lautstarken Ansichten“ zu allem, angefangen von der Umwelt bis zum Feminismus, seien „mehr als moralische Heuchelei – sie versetzen die königliche Familie in eine bedenkliche Lage“. Denn die Vorliebe von Harry und Meghan, „politische Standpunkte einzunehmen, trägt das Risiko, das unpolitische Vorgehen der Queen zu unterminieren“. Schließlich diene die Queen, so wie es immer war, „allen Briten, unabhängig von deren politischer Haltung“. Prinz Harry „könnte eine Menge von seiner Großmutter lernen“.

DT/KS

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