Herz-Jesu

Mit dem Herz Jesu die Welt retten

Andrés Garrigó - Produzent und Mit-Regisseur des Films „Brennendes Herz“ - steht Rede und Antwort über die Herz-Jesu-Verehrung in der ganzen Welt.
Filmszene:  Heilige Margareta Maria Alacoque betet in der Kapelle von Paray-le-Monial
Foto: Filmbild | In einer im Film nachgestellten Szene betet die heilige Margareta Maria Alacoque in der Kapelle von Paray-le-Monial. Dort wurde sie in einer Erscheinung gebeten, die Verehrung des Herzens Jesu zu verbreiten.

Warum haben Sie nach „Fatima. Das letzte Geheimnis“ die Verehrung des Herzens Jesu als Gegenstand Ihres nächsten Filmes ausgewählt?

Anlass war die Hundert-Jahr-Feier der Weihe Spaniens durch König Alfons XIII. im Mai 1919. Heute ist die Lage eine ganz andere; es besteht die Gefahr einer antikirchlichen Volksfront. Wir brauchen die Fürsprache des Heiligsten Herzens Jesu. Wir hatten zunächst einmal an einen auf Spanien beschränkten Film gedacht, aber bald merkten wir, dass die Verehrung des Herzens Jesu universell ist. So beschlossen wir, nach Paray-le-Monial zu fahren, um Margareta Maria Alacoques Erscheinungen nachzugehen, die insbesondere Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr verbreitet waren. Auf diese Art und Weise war die Idee eines weltweiten Überblicks geboren.

Wie bereits in „Fatima. Das letzte Geheimnis“ haben Sie Dokumentarisches mit einer fiktiven Handlung verknüpft. Können Sie etwas zu dieser Handlung ausführen?

Die Hauptdarstellerin ist die mexikanische Schauspielerin Karyme Lozano, die in einigen „freizügigen“ Filmen und Fernsehserien aufgetreten war, sich aber später bekehrt hat. Sie kam nach Madrid, um hier zu drehen. Die zweite Hauptrolle spielt María Vallejo-Nájera, eine in Spanien sehr bekannte Schriftstellerin. Auch sie hatte ein bewegtes Leben gehabt, ehe sie sich ebenfalls bekehrte. Es handelt sich zwar um eine fiktionale Geschichte, die aber auf wahren Begebenheiten basiert.

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Inwiefern basiert die Rahmengeschichte auf wahren Begebenheiten?

Die Geschichte von Vergebung und Versöhnung ist in Karyme Lozanos Leben ähnlich geschehen. Auch ihr wurde Sterbehilfe für ihren Vater angeboten. Weil sie diese aber ablehnte, konnten sich ihr Vater und ihre Mutter nach vielen Jahren wieder begegnen und einander vergeben.

Können Sie etwas zu den Zeugen und Experten sagen, die im dokumentarischen Teil des Filmes befragt werden?

Eine zentrale Figur ist die aus El Salvador stammende und in Paris lebende Alicia Beauvisage, die mit einem französischen Atheisten verheiratet ist. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Herz Jesu die Welt zu retten. Zunächst bekehrte sich kein Geringerer als der Rektor des Heiligtums in Paray-le-Monial Edouard Marot, der eigentlich die Verehrung des Herzens Jesu verbreiten sollte, aber nicht mehr so ganz daran glaubte. Die beiden haben mehrere Reisen unternommen, und es sind eine Reihe Wunder geschehen. Denn als solches muss man schon ansehen, dass das Parlament von El Salvador sich und das Land am 7. September 2006 dem Herzen Jesu weihte – das wäre in einem europäischen Land undenkbar.

Sind weitere Weihen von ganzen Ländern geschehen?

Es begann Ende des 19. Jahrhunderts in Lateinamerika, zunächst in Ecuador mit dem Präsident der Republik Gabriel García Moreno, der 1875 ermordet wurde. In Briefen hatte er geäußert, dass er sich bedroht fühlte. García Moreno hatte viele Ordensleute, insbesondere Jesuiten, aufgenommen, die im Rahmen des Kulturkampfs aus Deutschland vertrieben wurden. Die Ordensleute übernahmen vor allem Erziehungsaufgaben. Es folgten dann andere Länder, wie wir im Film zeigen.

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In der Verehrung des Herzens Jesu spielt auch eine deutsche Ordensfrau eine wichtige Rolle ...

Maria Droste zu Vischering (1863–1899), die mit 35 Jahren in Porto starb, überzeugte Papst Leo XIII., die Welt dem Herzen Jesu zu weihen. Leo XIII. veröffentlichte am 25. Mai 1899 die Enzyklika „Annum sacrum“, in der er den 11. Juni als Tag der Weihe festlegte. Ein Verwandter der Ordensfrau, Walther von Plettenberg, der als Rechtsanwalt in Madrid lebt, wird auch im Film interviewt.

Besonders beeindruckend ist das Kapitel über eucharistische Wunder ...

In „Brennendes Herz“ treten die wichtigsten Experten auf, so Franco Serafini, Kardiologe aus Bologna. Das älteste eucharistische Wunder, das wir ansprechen, fand in Lanciano im 8. Jahrhundert statt. Aber vier weitere im Film vorkommende Wunder sind aus unserer Zeit, zwei aus Polen, eins aus Mexiko und ein weiteres aus Buenos Aires, als dort Papst Franziskus Erzbischof war. Erzbischof Bergoglio beauftragte einen Arzt aus Bolivien, der in Deutschland studiert hatte, mit der Untersuchung des Wunders.

Wie ist „Brennendes Herz“ bislang aufgenommen worden?

In Polen konnte der Film vor der Pandemie starten, die dort später begann. Der Film war fünf Wochen lang unter dem Top Ten. In Spanien startete er ziemlich gut, aber in der dritten Woche wurden die Kinos geschlossen. Die größte Kinokette Mexikos wollte im September 2020 den Film in 140 Kinos starten. Die Pandemie machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ich hoffe, dass wir es nachholen können. Nach Deutschland wird der Film auch in Italien und in einigen lateinamerikanischen Ländern starten.

Wie finanziert sich der Film?

Hauptsächlich durch Crowfunding. Der Dreh des Films ist zwar bereits finanziert. Aber wir suchen noch Spenden in Deutschland, um die Synchronisierung ins Deutsche zu finanzieren.


Spielorte und Termine ab dem 7. Dezember: https://www.dasbrennendeherz.de/hier-lauft-der-film/

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