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Junge „Missionarin der Freude“ auf dem Weg zur Seligsprechung

Ein Dokumentarfilm erzählt die Geschichte von Michelle Duppong, die im Alter von 31 Jahren am 25. Dezember 2015 verstorben ist. Ihr Seligsprechungsprozess wurde im April eröffnet. Sein Titel: „Radiating Joy“ („Freude ausstrahlen“).
Filmpremiere
Foto: Mike McCleary, University of Mary | Michelles Eltern Ken und Mary Ann Duppong sowie ihre Schwester Renae nahmen nach der Filmvorführung an einer Fragestunde teil, die von Pater Dominic Bouck, Kaplan und Leiter der Universitätsseelsorge, moderiert wurde. 

Am 25. Januar fand eine Weltpremiere der besonderen Art statt. Wie der „National Catholic Register NCR“ berichtet, wurde an dem Tag, an dem Michelle Duppong 40 Jahre alt geworden wäre, ein Dokumentarfilm über sie gleichzeitig im St. Paul Newman Center der North Dakota State University (NDSU) in Fargo und an der University of Mary in Bismarck vorgeführt. Duppongs Eltern Ken und Mary Ann sowie seine Schwester Renae nahmen an der Vorstellung in Bismarck teil.

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Der Film „Radiating Joy“ („Freude ausstrahlen“) erzählt das Leben von Michelle Duppong, dessen Seligsprechungsprozess im April eingeleitet wurde, wodurch sie als „Dienerin Gottes“ angesehen wird. 

Diagnose Krebs

Michelle Duppong wurde am 25. Januar 1984 geboren und wuchs in Norddakota auf. Sie studierte an der NDSU, wo sie ihren Abschluss in Gartenbau machte. An der Universität lernte sie das katholische Hilfsprogramm „Fellowship of Catholic University Students (FOCUS)”, das Curtis Martin im Jahr 1998 gegründet hatte. Laut der eigenen Homepage hat FOCUS den Auftrag, „Jünger für Christus zu machen“. Weiter heißt es: „Zuerst laden wir Menschen in eine Beziehung mit Jesus in der katholischen Kirche ein. Dann begleiten wir sie auf ihrem Weg. Schließlich rüsten wir sie dazu aus, den Glauben auch mit anderen zu teilen.“

An der University of Mary in Bismarck wurde Michelle Duppong Leiterin eines Missionsteams von FOCUS. Dies war das erste Jahr, in dem FOCUS auf dem Campus tätig war, 2010-2011, und das letzte ihrer sechs Jahre als FOCUS-Missionarin an vier Colleges. Im Jahre 2012 wurde sie Leiterin der Abteilung Glaubensausbildung für Erwachsene an der Diözese Bismarck. Zwei Jahre später wurde bei ihr jedoch Krebs diagnostiziert.

Jesus näher kommen

Laut NCR entstand der 75-minütige Film „Radiating Joy“ durch einen Auftrag des nationalen FOCUS-Büros, das Leben der jungen Frau durch Interviews mit Angehörigen zu dokumentieren. Zu den Interviewpartnern gehören andere FOCUS-Missionare, Msgr. James Shea, der Präsident der University of Mary, Bischof David Kagan von Bismarck sowie Dr. Leo Taiberg, der medizinische Leiter des „City of Hope Cancer Care Center“ in Chicago, wo Michelle zuletzt behandelt wurde. Der Film rekonstruiert das Leben der Dienerin Gottes anhand von Erinnerungen und Bildern aus 30 Stunden Interviews, von ihrer lebhaften Kindheit auf der Haymarsh-Farm (65 Kilometer von Bismarck entfernt) über die Krebsdiagnose am 29. Dezember 2014 bis zu ihrem Tod im Alter von 31 Jahren am 25. Dezember 2015.  

Video

Michelle Duppong ist selbst in einem Video zu sehen, das sie drehte, um für die erste „Durst“-Konferenz in Bismarck zu werben, ein Projekt, das sie selbst ins Leben gerufen hatte. Direkt in die Kamera blickend, appelliert sie an die Zuschauer, Jesus durch die Teilnahme an der kostenlosen Konferenz näher zu kommen: „Als er am Kreuz starb, sagte er: ‚Mich dürstet‘, und dieser Durst ist der Durst nach jeder unserer Seelen; er möchte, dass wir für immer bei ihm im Himmel sind.“ Außerdem sind Bilder aus der Heiligen Messe zu Allerheiligen 2022 in der Kathedrale von Bismarck enthalten, in der Bischof David Kagan offiziell den Weg für ihre Heiligsprechung freimachte.

Gebete erhört

Bischof Kagan erklärt in dem Film, dass sich nach ihrem Tod Michelles Ruf weiterverbreite. In Briefen an das Bistum Bismarck werde berichtet, wie das heilige Leben der jungen Frau die Briefschreiber beeinflusst habe. Darunter seien auch auf ihre Fürsprache erhöhte Gebete. So berichtet der Bischof von Bismarck von einer Frau, die um Duppongs Fürsprache gebeten hatte, um entweder Hilfe bei der Behandlung ihrer schwer zu behandelnden Krebserkrankung oder um Heilung. Mehrere Ultraschalluntersuchungen im Abstand von mehreren Wochen zeigten, dass der Krebs verschwunden war.

Msgr. James Shea, der Präsident der University of Mary, beschreibt Michelle als „strahlende und fröhliche Frau mit dem Herzen einer wahren Dienerin“. FOCUS-Gründer Curtis Martin nennt sie „eine Missionarin der Freude", die ihren Glauben täglich auf außergewöhnliche Weise gelebt habe.

Der Film wird in einigen ausgewählten Kinos in Denver, St. Louis und Washington gezeigt. Später sollen andere größere Städte in den Vereinigten Staaten folgen.

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