"Grenzenlos"

Eine Liebesgeschichte führt zeitweilig zwei sehr unterschiedliche Lebenswelten zusammen: Wim Wenders’ „Grenzenlos“. Von José García
Wim Wenders' "Grenzenlos"
Foto: Warner | Biomathematikerin Danny Flinders (Alicia Vikander) und der angebliche Wasserbauingenieur James More (James McAvoy) verlieben sich ineinander in der Normandie. Bald darauf wird James von Dschihadisten gefangen genommen.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman des schottischen Journalisten J. M. Ledgard, erzählt „Grenzenlos“ („Submergence“) die Liebesgeschichte von zwei jungen Menschen, die aus sehr unterschiedlichen Welten stammen: Als sie sich die beiden kennenlernen, gibt James More (James McAvoy) vor, als Wasserbauingenieur in Afrika zu arbeiten. In Wirklichkeit bereitet er sich hier, in einem abgelegenen Hotel in der Normandie, auf seinen nächsten Auftrag als Undercoveragent in Somalia vor.

Danny Flinders (Alicia Vikander) steht vor einer Expedition in die Gewässer vor Grönland. Bei einem Tauchgang soll sie den Meeresgrund auf Erkenntnisse über den Ursprung des Lebens untersuchen. Sie verlieben sich ineinander, müssen aber bald getrennte Wege gehen: Während James von Dschiadisten gefangen gehalten wird, steckt Danny in einem Tauchboot am Meeresgrund – ohne zu wissen, ob James noch am Leben ist.

Die Bilder aus beiden Welten verbinden sich nur bedingt

Drehbuchautor Erin Dignam und Regisseur Wim Wenders verknüpfen die zwei auf verschiedenen Kontinenten angesiedelten Handlungsstränge – sie in Grönlands Tiefsee, er in einem Kerker in Afrika – mit der gemeinsamen Episode in der Normandie. Die Verschiedenartigkeit der Handlungsorte bietet zwar Kameramann Benoît Debie eine wunderbare Möglichkeit, ansprechende Bilder aus diesen Welten zu liefern. Die Filmemacher schaffen es jedoch nur bedingt, sie zu verbinden, obwohl sich die beiden Liebenden in ähnlich lebensbedrohlichen Situationen befinden – Dannys Untersee-Boot könnte nicht gerettet werden, falls es versagt.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

Dies gilt ebenfalls sowohl für die Genremischung aus Liebes- und Entführungsfilm sowie Öko-Story als auch für die unterschiedlichen vom Film verhandelten Fragen, die ja vom Islamismus – hier sind die Gespräche, die James mit einem Arzt führt, der für die Islamisten arbeitet, von Bedeutung – bis zum Aufruf zur Rettung unseres Planeten reichen. Auch die Musik von Fernando Velázquez wirkt häufig allzu bedeutungsschwer. Allerdings nimmt sich die zwar kurze, dafür aber umso intensivere Liebesromanze dank auch der zwei herausragenden Darsteller glaubwürdig aus.

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14.08.2021, 11  Uhr
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