Zweiter Anti-Islam-Film in den Niederlanden

Während noch heftig über den geplanten Anti-Koran-Film des niederländischen Parlamentsabgeordneten Geert Wilders debattiert wird, hat ein ehemaliger Muslim in den Niederlanden die Veröffentlichung eines weiteren Films angekündigt. „Das Leben Mohammeds“ sei ein etwa zwölf Minuten langer Zeichentrickfilm, der schockieren solle, erklärte Esham Jami am Mittwochabend im niederländischen Fernsehen. Der Gründer eines Komitees für abtrünnige Muslime will den Beitrag am 20. April veröffentlichen – dem Geburtstag von Adolf Hitler, wie er betonte. In der Fernsehsendung „Netwerk“ wurde ein Ausschnitt aus dem Film mit einer Darstellung des Propheten und seiner neun Jahre alten Frau gezeigt. Der Film sei unerträglich und schwer beleidigend, sagte ein Sprecher des Kontaktgremiums zwischen Muslimen und den niederländischen Behörden (CMO). Über einen Antrag auf Einstweilige Verfügung werde man versuchen, die Ausstrahlung des Films gerichtlich zu verhindern. Der frühere niederländische Außenminister und ehemalige europäische Kommissar Hans van den Broek bewertete den Film als beleidigend. Der Streifen wecke Hass. Dem Filmemacher warf van den Broek „politische Brandstiftung“ vor. Die Europäische Union hat die Veröffentlichung des Anti-Koran-Films durch den niederländischen Parlamentarier Geert Wilders kritisiert. Der Film verfolge keinen anderen Zweck, als Hass zu entflammen, erläuterte die slowenische EU-Präsidentschaft am Freitag in Brüssel. Redefreiheit müsse mit Respekt für Religionen und andere Überzeugungen gebraucht werden. Nicht durch Gewalt, sondern durch offenen Dialog könne gegenseitiges Verständnis vertieft und gegenseitiger Respekt aufgebaut werden. Unterdessen drohen dem Macher des Anti-Koran-Films Wilders laut Berichten niederländischer Medien finanzielle Probleme. Der Chef der Partei für die Freiheit fordere Sympathisanten zu Spenden auf, um die Kosten für sein Werk „Fitna“ zu decken. Im Internet wies der Politiker darauf hin, dass seine Partei für ihre Arbeit auf freiwillige Beiträge von Anhängern angewiesen sei, da sie staatliche Subventionen ablehne. Unklar blieb am Donnerstag weiter, ob der Film noch vor dem 1. April veröffentlicht wird. DT/KNA

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