Wieder Gold für Heiligenkreuz

„Musikgewordene Liebe zu Gott“ – In fünf Wochen sangen sich die Zisterziensermönche zum Erfolg. Von Stephan Baier
Foto: Stift Heiligenkreuz | Gold für die Mönche von Heiligenkreuz.
Foto: Stift Heiligenkreuz | Gold für die Mönche von Heiligenkreuz.

Mit ihrer ersten Gregorianik-CD „Chant – Music for Paradise“, die 2008 bei „Universal Music“ erschien, schafften die „singenden Mönche“ aus dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz im Wienerwald bereits einen Welterfolg: Platin in Deutschland und Großbritannien, Siebenfach-Platin im Heimatland Österreich, Gold in vielen weiteren Ländern. Sogar in Amerika war die CD wochenlang in den Charts. Nach einer Pause und ihrer hartnäckigen Weigerung, Konzerte zu geben oder mit einer neuen Musikfirma Verträge abzuschließen, gaben die Mönche im November 2011 eine neue CD heraus, „Chant – Amor et Passio“. Diesmal im eigenen, neu geschaffenen Label „Obsculta Music“, abgeleitet aus der Benedikts-Regel, die mit den Worten „Obsculta, o fili!“ (Lausche, mein Sohn!) beginnt, und in Kooperation mit dem Vertrieb von Preiser-Records.

In nur fünf Wochen erreichte diese CD nun den Gold-Status. Preiser-Records sprach in diesem Zusammenhang von einem „kleinen Weihnachtswunder“. Der Sprecher des Stiftes und Leiter von „Obsculta Music“, Pater Karl Wallner, meint bescheidener: „Dass wir so schnell Gold erreichen, haben wir eigentlich nicht erwartet.“ Der Erfolg zeige, dass es eine innere Sehnsucht der Menschen nach geistlicher Musik gebe: „Der gregorianische Choral hätte nicht so lange überlebt, wenn in ihm nicht etwas Zeitloses und Göttliches stecken würde.“ Kantor und „Music Director“ Pater Simeon Wester kündigte an, auch in Zukunft gute geistliche Musik als Apostolat herauszugeben: „Musik öffnet ja die Herzen der Menschen, damit Gott sie berühren kann.“ Die Einnahmen aus dem Verkauf gehen, wie bei früheren musikalischen Erfolgen, an die Priesteramtskandidaten aus Ländern der Dritten Welt, die an der Hochschule in Heiligenkreuz studieren.

Der Gregorianische Gesang ist für die Mönche gesungenes Gebet und zugleich eine Form der Verkündigung. Die neue CD „Chant – Amor et Passio“ enthält Gregorianischen Choral in seiner reinen, meditativen Form sowie auch vier Litaneien mit Klavierbegleitung des luxemburgischen Pianisten David Ianni. Der Abt des Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Maximilian Heim, erklärt: „Der Gregorianische Choral ist gleichsam vom Himmel abgelauscht, ja er ist musikgewordene Liebe zu Gott.“ In Heiligenkreuz erklingen diese Gebete ohne Unterbrechung seit dem Jahr 1133. Die aktuelle CD, die sich in ihren Gesängen auf das Leiden, Sterben und Auferstehen Christi bezieht, soll „den Menschen die tiefe Erfahrung von Ostern vermitteln“, so Abt Maximilian.

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