Für Schlagzeilen sorgte 2010 der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle in der „Welt“, als er von „spätrömischer Dekadenz“ sprach. „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“ Er bemängelte, dass sich „sozialistische Züge“ etablierten, und kritisierte einen schwindenden Leistungsgedanken. So unrecht hatte er mit der Übertragung jener Niedergangstheorien, die Charles-Louis de Secondat, Baron de Montesquieu, und Edward Gibbon zum Verfall des Römischen Reiches entwickelten, auf das beginnende 21. Jahrhundert nicht.
Spätrömische Dekadenz 2.0
Adieu Leistungsprinzip: Deutschland ist im Abstiegskampf. Vom Enthusiasmus der Anfangsjahre ist nichts mehr übrig.
