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Katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft & Kultur
Plus Inhalt Gott auf Armlänge

Ohne Ferne – keine Nähe 

Menschliche Beziehungen sind gekennzeichnet von unterschiedlichen Abständen zueinander. 
Verborgen und doch präsent: Mose hat Gott nicht gesehen, aber er ist ihm begegnet. Der französische Kupferstecher Claude Mellan (17. Jahrhundert) hat diese verborgene Gegenwart Gottes im brennenden Dornbusch dargestellt.
Foto: Brinkermedia | Verborgen und doch präsent: Mose hat Gott nicht gesehen, aber er ist ihm begegnet. Der französische Kupferstecher Claude Mellan (17. Jahrhundert) hat diese verborgene Gegenwart Gottes im brennenden Dornbusch dargestellt.

Der Mensch braucht Nähe. Das ist spätestens in der Corona-Pandemie existenziell klar geworden. Ohne Verbundenheit zu anderen verliert das Leben seinen Geschmack. Da der Mensch nicht reiner Geist ist, braucht es auch körperliche Nähe. Digitale Verbundenheit kann leibhaftige Gegenwart nicht ersetzen. Je menschenähnlicher digitale KI-Gesprächspartner werden, desto größer könnte die Versuchung werden, sich realen Beziehungen zu entziehen. Schon heute vertrauen manche Menschen Chatbots mehr an als Freunden. Digitale Gesprächspartner antworten sofort, ermüden nicht, widersprechen selten und lassen sich jederzeit abschalten. Beziehungen leben jedoch gerade von der Erfahrung des Fremden und Widerständigen.

Hinweis: Dieser Artikel ist vor Abschluss des Probeabos erschienen, weswegen er in diesem nicht enthalten ist.
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