Kollaboration und Widerstand

Wajdas Historiendrama „Katyn“ erlebt Deutschland-Premiere

Der Film „Katyn“ des polnischen Regie- Altmeisters Andrzej Wajda über den Massenmord an polnischen Offizieren 1940 wird seine deutsche Kinopremiere in Düsseldorf erleben. Nach der vielbeachteten Uraufführung bei der Berlinale sei die Aufführung am 8. April die erste Vorstellung des Historiendramas in einem deutschen Kino, sagte eine Sprecherin des Polnischen Instituts Düsseldorf am Dienstag. Nach Angaben des Verbands der Filmverleiher in Berlin hat „Katyn“ bisher noch keinen deutschen Verleih.

Der 82-jährige Regisseur, dessen Vater selbst zu den 20 000 von den Sowjets in Katyn erschossenen polnischen Offizieren gehörte, könne allerdings nicht an den Rhein reisen. Die NRW-Premiere sei im Düsseldorfer Kino Cinema geplant, sagte die Sprecherin des Polnischen Instituts. Der Film, der im Februar unter anderem in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Berlinale erstmals gezeigt worden war, schildere auch „die schmale Grenze zwischen Kollaboration und Widerstand in der Volksrepublik Polen“, hieß es.

Der Massenmord an den polnischen Offizieren durch den Sowjet-Geheimdienst NKWD war in der offiziellen Propaganda bis zum Ende des Ostblocks den deutschen Besatzern Polens angelastet worden.

Wajda hatte sich in Berlin gegen Versuche gewandt, den Film als antirussisch zu deuten. „Ich will der Wahrheit dienen, aber nicht, dass neue Feindbilder aufgebaut werden“, sagte der zu den weltweit bedeutendsten Filmkünstlern zählende Wajda. „Katyn“ war auch für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert worden.

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