Italiens Kommunisten- Zeitung „l'Unita“ eingestellt

Die italienische Tageszeitung „l'Unita“, jahrzehntelang Organ der kommunistischen Partei Italiens PCI, stellt zum 1. August ihr Erscheinen ein. Die Anteilseigner hätten keine Lösung gefunden, die finanziell angeschlagene Zeitung zu retten, teilte die Redaktion mit. „Sie haben ,l'Unita‘ getötet“, heißt es in großen Lettern auf der Titelseite der Mittwochsausgabe. Als Ausdruck des Protests blieben 16 der 20 Seiten leer. Kritik übte Chefredakteur Luca Lando vor allem an der linken Demokratischen Partei (PD) und an Ministerpräsident Matteo Renzi, weil sie sich nicht ausreichend für eine Lösung eingesetzt hätten. „L'Unita“, im Januar 1924 vom marxistischen Politiker und Philosophen Antonio Gramsci gegründet, war bis 1991 offizielles Parteiorgan der PCI. Damals beschäftigte die Parteizeitung auch einen „Vatikanisten, der aufmerksam den Vatikan und insbesondere den polnischen Papst Johannes Paul II. beobachtete. Alceste Santini unterhielt dabei gute Kontakte zu vatikanischen Stellen und fungierte praktisch als ein Art „Botschafter“ der Kommunisten für kirchliche Belange. Nach dem Ende der Sowjetunion und des Ostblocks und im Zuge der Partei-Spaltungen unter den italienischen Kommunisten ging die Beachtung für das Blatt und auch seine Auflage stark zurück. Bereits im Sommer 2000 hatte „l'Unita“ aus finanziellen Gründen ihr Erscheinen eingestellt. Nach knapp einjähriger Unterbrechung kam sie wieder auf den Markt in kleinerer Aufmachung. Ihre Redakteure hoffen, dass es jetzt kein endgültiges Aus gibt und noch eine Rettung erzielt werden könne. DT/KNA

Themen & Autoren

Kirche

Papst in Budapest
Budapest
Umkehr: Die wahre Reform der Kirche Premium Inhalt
In Budapest wurde die Tiefendimension der Kirche sichtbar: Mit Blick auf Christus ist sie jung, dynamisch, fröhlich, ökumenisch, missionarisch und attraktiv. Ein Kommentar.
16.09.2021, 13 Uhr
Stephan Baier