Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 22. November

Planned Parenthoods schönfärberische Propaganda.
Aus den Zeitschriften

Planned Parenthoods schönfärberische Propaganda

Der National Review berichtet über ein Interview mit der neuen Präsidentin von Planned Parenthood. Die Ärztin Leana Wen wurde vom Sender CBS befragt. Wen behauptete, Planned Parenthood biete amerikanischen Frauen eine „unentbehrliche Gesundheitsversorgung“. „Völlig unerwähnt blieb freilich“, schreibt Alexandra Desanctis in ihrem Beitrag, „dass Planned Parenthood bei weitem auch der größte Abtreibungsanbieter der Nation ist, der laut eigenem Geschäftsbericht 321 384 Abtreibungen alleine im letzten Geschäftsjahr durchführte“. Das seien mehr als ein Drittel der jährlich in den USA durchgeführten Abtreibungen. Der Sender bot Wen eine „schöne Plattform“, auf der sie ihre „flauschigen PR-Sprüche“ präsentierte. Obwohl sie ausdrücklich nach der Möglichkeit befragt wurde, dass der Supreme Court die Grundsatzentscheidung zur Abtreibung Roe vs. Wade kippen könnte, sagte „Wen im Laufe des Interviews nicht ein einziges Mal das Wort ,Abtreibung‘. Stattdessen verließ sie sich auf die bevorzugten Euphemismen der Pro-Choice-Bewegung: reproduktive Rechte und Zugang zur Gesundheitsversorgung.“ Angesprochen auf die Midterm-Wahlen sagte sie: „Weniger als 24 Stunden nach den Wahlen erlebten wir, wie die Trump-Administration mit neuen Regelungen herausrückte, die es Arbeitgebern gestatten, Empfängnisverhütungsmittel zu verweigern.“ Damit bezog sie sich auf „Obamacare“, die von allen Arbeitgebern – ohne Rücksicht auf deren religiöse Überzeugung – fordert, die Verhütungs- und Abtreibungsmittel ihrer Arbeitnehmer zu subventionieren. Sie respektiere jegliche Glaubensüberzeugungen, die man für sich selbst habe: „Mein Problem aber ist, wenn man seinen eigenen Glauben anderen Menschen aufzwingen will.“ Offensichtlich erstrecke sich Wens Abneigung gegenüber dem Aufzwingen von Glaubensüberzeugungen auf andere, so vermutet Desanctis, jedoch nicht auf Bemühungen, „katholische Nonnen zu zwingen, abtreibungsauslösende Medikamente finanziell zu bezuschussen“. So viele Amerikaner seien sich absolut „nicht bewusst, dass Planned Parenthood jährlich Hunderttausende von Abtreibungen durchführt“. Neben Abtreibungen bietet die Organisation vor allem Tests gegen Geschlechtskrankheiten und Verhütungsmittel an. Trotz Wens mehrfacher Behauptungen, dass es Planned Parenthood um Gesundheitsversorgung und nicht um Politik gehe, „spendet der politisch-aktivistische Zweig der Gruppe Millionen von Dollar an linke, abtreibungsbefürwortende Politiker. Allein während der diesjährigen Midterms-Wahlen gab die Gruppe mehr als 30 Millionen Dollar aus, um Wähler für demokratische Kandidaten zu mobilisieren.“

Kritik am UN-Migrationspakt

Auf Protest stößt der UN-Migrationspakt, der im Dezember in Marrakesch unterzeichnet werden soll, im Figaro beim französischen Rechtshistoriker Jean-Louis Harouel. Der Text des Vertragswerks stelle „unter dem Deckmantel guter Absichten ein Druckmittel auf die westlichen Länder“ dar. Das Dokument formuliere 23 Ziele, die sich um zwei Achsen gruppierten: „eine größere Sicherheit für die Migranten zu garantieren“, und zu erreichen, dass sie auf „inklusivere“ Weise aufgenommen werden. Auch wenn der „Pakt“ für die Staaten rechtlich nicht bindend sei, bilde er „eine Basis für die spätere Ausarbeitung verbindlicher Vorschriften“. Der Pakt bekräftige zwar sein „Bekenntnis zur Meinungsfreiheit, zu einer offenen und freien Debatte. Doch seltsamerweise soll diese Debatte unbedingt ,den Zweck haben, die öffentliche Wahrnehmung des positiven Beitrags einer sicheren, geordneten und regulären Migration zu gestalten‘. Was bedeutet, dass der Pakt Träger einer offiziellen Wahrheit ist: die Migrationen sind per definitionem für alle Beteiligten positiv. Damit ist die Debatte nicht frei.“ Zudem empfiehlt der Pakt den Staaten, den „Medien die Subventionen zu streichen, die als fremdenfeindlich und intolerant eingestufte Sichtweisen verbreiten. Doch genau das würde man zwangsläufig einer Zeitung vorwerfen, die Zahlen und Fakten veröffentlichte, die dem Dogma des unbedingt wohltuenden Charakters von Migrationsphänomenen widersprechen.“ Der Pakt wolle jegliche Kritik an Einwanderungen unterbinden. Wie damals in der UdSSR änderten die Worte ihre Bedeutung: „,offene und freie Debatte‘ würde in Wirklichkeit Militanz zugunsten der Einwanderung bedeuten“. Doch, so Harouel weiter: „Die Aufnahme enormer Menschenmassen auf der Suche nach einem Eldorado wäre für die Europäer selbstmörderisch, ohne selbst für die Migrantenscharen nutzbringend zu sein. Ein überflutetes Europa wäre zwangsläufig ein ruiniertes Europa.“ Den Pakt bringt der Autor mit der gescheiterten Ideologie des Kommunismus in Verbindung: so hätten sich die Menschenrechte – so wie man sie heute versteht – „in eine säkulare Religion verwandelt, über die der Historiker François Furet als erster festgestellt hat, dass sie die Rolle des Kommunismus als Utopie, die die Herrschaft des Guten schaffen soll, ersetzt hat“. So seien seit den achtziger Jahren „militante Revolutionäre, die durch den Zusammenbruch der Sowjetunion zu Waisen wurden, massenhaft umgeschult auf die säkulare Religion der Menschenrechte, was ihnen ermöglicht, den Kommunismus auf weniger sichtbare Weise weiter zu betreiben, indem sie eine andere Form des Eigentums attackierten: das Eigentumsrecht der Völker auf sich selbst“.

Widersprüche bei der Einreiseverweigerung für Asia Bibi

Dass Großbritannien die pakistanische Katholikin Asia Bibi nicht aufnehmen will, mache die „britischen Asylgesetze zum Gespött“, wie Douglas Murray im Spectator meint. Gründe für die Ablehnung seien „Bedenken über die ,Beziehungen zwischen den Gemeinschaften‘ innerhalb des UK“. Murray vergleicht Bibis Fall mit jemandem, dem „erlaubt wurde, nach Großbritannien zu kommen und zu bleiben“: Ataollah Mohadscherani, einst Minister für Kultur und islamische Führung im Iran, „ist bekannt für seine Verteidigung des iranischen Regierungsaufrufs zum Mord an Salman Rushdie. Mohadscheranis 250-Seiten Buch wurde nach der von Khomeini 1989 ausgerufenen Fatwa verfasst.“ Nach dem Ritterschlag Rushdies im Juni 2007 schrieb Mohadscherani einen Artikel, „in dem er die Regierung von Tony Blair kritisierte und Großbritannien ein ,seltsames Land mit einer Regierung, die seltsam handelt‘ bezeichnete“. Dass Mohadscherani die letzten Jahre in Großbritannien verbracht habe, tauche „die Debatte über Asia Bibi in ein trübes Licht“. Denn dass dieses Land „jemandem Zuflucht gewährt, der eine Hetzkampagne gegen einen britischen Bürger führte, aber einer Frau die Einreise offenbar verweigert, die zu den am ungerechtesten behandelten Menschen der Erde zählt, ist ein Beweis dafür, dass wir in den letzten Jahren Regierungen hatten, die im Bereich des Asyls tatsächlich sehr seltsam handelten.“

DT/KS

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