Die Nacht durchgebetet

Andachten in beiden Teilen Berlins. Von Oliver Maksan

In zwei Berliner Kirchen gingen von Donnerstag auf Freitag die Lichter nicht aus. Während der Heilige Vater nach einem anstrengenden ersten Tag in der Nuntiatur nächtigte, hatten „Deutschland pro Papa“ und „Kirche in Not“ Gebetsnächte organisiert. „Wir wissen, dass der Selige Domprobst Bernhard Lichtenberg einer der Lieblingsseligen des Papstes ist“, sagte eine junge Organisatorin des Abends. „Deshalb war klar, dass wir in der Hedwigskirche, wo Lichtenberg Dompropst war, unsere Nachtwache halten.“ Seit Juni schon bereitet „Deutschland pro Papa“ die „Nacht der Musik, Nacht der Anbetung“ vor. Zwischen 22 Uhr und sechs Uhr am nächsten Freitagmorgen wechselten sich Orgelimprovisationen mit Gesängen ab. So improvisierte der bekannte Organist Professor Wolfgang Seifen über den Vers „Tu es Petrus“ und das Kirchenlied „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Gleichzeitig war in der Krypta der Berliner Kathedrale das Allerheiligste ausgesetzt. Stündlich wurde den Besuchern – darunter viele Jugendliche – der Segen gespendet. Mit den gesungenen Laudes um sechs Uhr am Freitag und einer vom Domprobst Stefan Dybowski zelebrierten Messe endete die musikalische Gebetswache

Im Westen der Stadt, der Kamillus-Kirche in Charlottenburg, hatte „Kirche in Not“ ebenfalls eine Gebetsnacht organisiert. Daran konnten aber nicht nur die Besucher teilhaben: Radio Horeb übertrug die Feier die ganze Nacht über live. Die Hörer konnten allerdings nicht die vielen Kerzen sehen, die die Kirche in ein stimmungsvolles Licht tauchten. Vor dem ausgesetzten Allerheiligsten – unterbrochen nur von einer mitternächtlichen Messe –, wurde bis Freitag, fünf Uhr, gebetet und meditiert. Litaneien und Gebete wechselten sich mit Betrachtungen und Texten etwa von Teresa von Avila und Maximilian Kolbe ab. Eine Musiktruppe von „Kirche in Not“-Mitarbeitern – spontan die „Werenfried-five“ genannt –, sorgte für meditative Musik, bis über Berlin wieder die Sonne aufging.

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