San Francisco, California

DER DICKE HUND: Big-Tech: „Woke“ zensieren Katholiken

Wer mit einer Unverschämtheit einmal durchkommt, begeht sie dann oft gewohnheitsmäßig: Twitter hat erneut zensiert und das Konto des katholischen Nachrichtenmagazins „Catholic World Report“ für sechs Tage blockiert. Dabei hatte CWR die biologische Natur einer Person erwähnt, demnach unabänderliche Fakten beschrieben.
Dr. Rachel Levine
Foto: imago-images | Dr. Rachel Levine ist bekanntermaßen eine transgender Person. Das heißt, sie ist genetisch eine Mann, fühlt sich aber als Frau. Erwähnt man die biologische Natur Levines, ist das für Twitter ein Zensurgrund.

Nicht nur Ex-Präsident Donald Trump und seine Anhänger sind dem Bannstrahl der „Big-Tech“-Konzerne ausgesetzt. Auch katholische Online-Angebote sind in den Fokus der Zensoren geraten. So war zwischenzeitlich der Twitter-Auftritt von „Catholic World Report“ nicht mehr zu erreichen.

„Begründet wurde der brachiale Eingriff mit
‚hasserfülltem Verhalten‘ gegen Levine.“

Denn die katholische Nachrichtenseite hatte den Zorn des Social-Media-Riesen auf sich gezogen, indem sie die US-Politikerin Rachel Levine als einen „biologischen Mann, der sich als Transgender-Frau identifiziert“ bezeichnet hat. Der Twitter-Beitrag vom 19. Januar befasst sich mit den Plänen von US-Präsident Joe Biden, Levine zum stellvertretenden Gesundheitsminister für Gesundheit zu ernennen. „Es ist offensichtlich, dass Twitter unser Konto für mehrere Tage gesperrt hat, weil sie die Beschreibung von Levine als ,einen biologischen Mann, der sich als Transgender-Frau identifiziert‘ als nicht nur beleidigend, sondern sogar hasserfüllt betrachteten“, sagte Carl Olson, Herausgeber von Catholic World Report, der katholischen Nachrichtenagentur CNA.

Immerhin sechs Tage hat der Internetriese Twitter den Bann der konservativen Nachrichtenseite aufrechterhalten. Begründet wurde der brachiale Eingriff mit „hasserfülltem Verhalten“ gegen Levine. Die Belästigung anderer aufgrund des Geschlechts oder der Geschlechtsidentität wird von den Richtlinien des Konzerns ausgeschlossen, was sogenanntes „Missgendering“ und „Deadnaming“ von „Transgender-Personen“ einschließt.

Die Sprachpolizei agiert immer absurder.

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„Misgendering“ ist die geschlechtsspezifische Beschreibung einer Person, die die Person selbst nicht verwenden würde, während „Deadnaming“ den Namen einer Person verwendet, bevor sie einen Geschlechtswechsel durchlief. Damit ist die Genderideologie zu einem zentralen Zensurkriterium erhoben worden, das vermeintlichen Machtmissbrauch durch Sprache bis zum Punkt der Absurdität sanktioniert. Denn Levine wurde tatsächlich als biologischer Mann geboren und bleibt genetisch natürlich auch nach einer „Geschlechtsumwandlung“ biologisch ein Mann, auch wenn er darauf bestehen sollte, als Frau bezeichnet zu werden. Mit der Unterdrückung, diese Tatsache überhaupt bezeichnen zu dürfen, wird die orwellsche Sprachverwirrung perfekt. Unter dem Deckmantel der „Nichtdiskriminierung“ werden grundlegende Grundrechte wie das Recht auf Meinungsfreiheit entkernt und die Forderung nach dem Schutz der Menschenrechte in Gestalt des Lebensschutzes und der Familienrechte kriminalisiert.

Doch hat das Twitter-Verbot für den früheren US-Präsidenten Trump und verschiedene Organisationen zu einer Debatte geführt, die den „Big-Tech“-Konzernen am Ende schaden könnte. So greifen erste Länder wie Polen zu Maßnahmen, die Meinungs- und Gewissensfreiheit auch gegenüber den Internet-Riesen durchzusetzen, wenn diese konservative Inhalte löschen oder durch Manipulation der Algorithmen behindern. Kritiker erkannten frühzeitig, wohin die „woken“ Kulturrevolutionäre wollen. Dass sie nun bei Twitter Komplizen finden, um ihre Sprachmanipulation durchzusetzen, ist aber ein „Dicker Hund“.

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