Amerika diskutiert Hackerangriffe

Präsident Obama befürchtet eine Manipulation der bevorstehenden Wahl durch russischen Cyberkrieg. Von Alexander Riebel
Mexico President Enrique Pena Nieto at the White House in Washing
Foto: dpa | Der amerikanische Präsident Obama macht den russischen Geheimdienst für jüngste Hackerangriffe verantwortlich.

Mehrere amerikanische Medien berichten, dass Präsident Obama befürchtet, der russische Präsident Putin wolle offenbar die bevorstehende US-Wahl zugunsten von Trump entscheiden. Dieser Einfluss könne durch russische Hacker auf die Computersysteme der Regierung geschehen, schreibt die Tageszeitung „Washington Post“. Trump habe Putin wiederholt als starken Führer gelobt. Erst vor wenigen Tagen erklärte Trump gegenüber der „New York Times“, er würde der NATO nicht notwendig im Falle eines russischen Angriffs zur Hilfe kommen. Trump habe gemäß der „Washington Post“ immer wieder Kontakt zu Moskau gesucht, war aber bisher nicht erfolgreich. Dessen Sohn, Donald Trump Jr., habe aber bereits von erheblichen Schnittmengen mit Russland gesprochen, die die eigenen Gewinne steigern könnten.

Die Befürchtungen von Obama gründen auch darin, dass bereits zweimal russische Hacker, die mit dem militärischen russischen Geheimdienst zusammenarbeiten, in den Demokratischen Nationalen Kongress eingebrochen sind. Am Dienstag wollte sich der amerikanische Außenminister Kerry mit dem russischen Außenminister Lawrov über den Hacker-Fall bei einer ASEAN-Konferenz beraten, erklärte aber hinterher, er habe keine eindeutige Antwort erhalten.

Anhand der IP-Adressen haben der amerikanische Geheimdienst NSA und das FBI herausgefunden, dass neben dem Demokratischen Kongress auch weitere Behörden von Hackern angegriffen wurden, berichtet das amerikanische Nachrichtemagazin CNN. Die Hacker seien bekannt, sie hätte auch schon das nationale E-Mail-System angegriffen, das Weiße Haus sowie Behörden der Bundesstaaten und private Computersysteme. Wie Obama befürchteten auch die das Problem untersuchenden Behörden, dass russische Hacker die US-Wahl beeinflussen wollen. CNN weist darauf hin, dass Obama deutlicher als bisher Russland wegen der Cyber-Attacken beschuldigt. Trumps Wahlkampfführer Paul Manafort erklärte die Vorwürfe gegenüber Trump und Clinton für verrückt.

Die „New York Times“ titelte am 22. Juli mit „Trump, der sibirische Kandidat?“ Der erste Satz lautete: „Wenn gewählt ist, wäre Donald Trump Wladimir Putins Mann im Weißen Haus?“ Die Ausgabe der New Yorker Zeitung vom Montag zitiert eine Twittermeldung von Trump: „Glaubt Ihr, Putin wird zur Wahl der Miss Universe im November in Moskau gehen – wenn ja, wird er mein neuer bester Freund?“ Auch sieht die Zeitung eine neue Ära für Trump heraufkommen, der auf Twitter meldete, „Putin mag mich“. Genauso wenig wie die konservative „Washington Post“ sieht auch „USA Today“ keinen Grund zur Kritik an der Äußerung Obamas, der keine neutrale Position in der Debatte besitzt. Wenn der demokratische Prozess durch Hacker unterminiert wird, sei dies schlimmer als standardmäßige Spionage, werden zwei Senatoren bei „USA Today“ zitiert.

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