Aus den Zeitschriften

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Zweifel an indischen IT-Ingenieuren

Es ist noch nicht lange her, da wurde die Einwanderung von Informatikern aus Indien als Lösung für den Fachkräftemangel im IT-Bereich hoch gepriesen. Ein neuer Report von „Aspiring Minds“, dem weltweit größten Assessment Center zur Beurteilung beruflicher Qualifikationen, vor allem der Programmierfähigkeiten von Bewerbern, enthüllt nun, dass mehr als 95 Prozent aller IT-„Ingenieure“ in Indien nicht in der Lage sind, einfache Programmierungen durchzuführen. Der Bericht erschüttert damit den Mythos der indischen IT-Kompetenz und die oft wiederholte Behauptung, dass Ingenieure aus diesem Land dringend benötigt werden, um die Fertigkeiten Europas und Amerikas zu steigern. Die führende indische Zeitschrift für Informationstechnologie Dataquest berichtet ausführlich über die mit Hilfe des Tests „Automata“ erzielten Untersuchungsergebnisse. Demnach sind lediglich 1,4 Prozent der über 36 000 Ingenieur-Studenten von mehr als 500 Universitäten des Landes imstande, einen korrekten Programmiercode zu schreiben. Mehr als 60 Prozent können noch nicht einmal einen kompilierfähigen Quellcode schreiben. Nur 4,77 Prozent der Testkandidaten können auf abstrakter Ebene Softwaremodelle und Algorithmen entwerfen – was der Mindestanforderung für jeden Job als Programmierer entspricht. Außerdem schnitten Informatik-Studentinnen bei den Tests noch schlechter als ihre männlichen Kollegen ab.

Erstaunen über Begeisterung für Marx

Erbost über die wohlwollenden Reaktionen der Bewunderer des Theoretikers des Kommunismus auf den 200. Geburtstag von Karl Marx erklärt Nicolas Lecaussin, ehemaliger Dissident unter Ceausescu und jetziger Leiter der liberalen Denkfabrik IREF (Institut de Recherches Économiques et Fiscales), im Figaro, dass Marx' Denken von den Fakten widerlegt wurde. Auch wenn heute vielerorts behauptet würde, die von den Kommunisten verübten Verbrechen hätte nichts mit der ursprünglichen Philosophie von Marx zu tun, so „enthielten die marxistischen und leninistischen Thesen sehr wohl die wesentlichen Keime der Planwirtschaft und des kommunistischen Totalitarismus“, wie Armut, Engpässe, Diktatur oder Unterdrückung. Die kommunistische Gesellschaft habe deutlich das Scheitern des Marxismus bewiesen. „Der Autor des kommunistischen Manifestes verbarg nicht seine Bewunderung für den Terror und meinte, dass die sozialistische Gesellschaft und der neue Mensch mit Gewalt aufgezwungen werden müssen.“ Der liberale Wirtschaftswissenschaftler Ludwig von Mises brachte die im Manifest aufgezählten Zehn-Punkte-Sofortmaßnahmen denn auch in Verbindung mit dem Programm Hitlers: „Acht von zehn Punkten des kommunistischen Manifestes wurden von den Nationalsozialisten mit einem Radikalismus verwirklicht, der Marx entzückt hätte“, schrieb er 1944. Dennoch habe sich seit der Veröffentlichung des Manifestes und des Kapitals, stellt Lecaussin fest, „Gott sei Dank die Geschichte in Bezug auf die Prophezeiungen von Karl Marx anders entwickelt. Der Kapitalismus ist nicht zusammengebrochen, und die Wirtschaft des Marktes die einzig funktionierende, die das ,Proletariat‘ emanzipiert und wohlhabender gemacht hat“.

Dank an die Konquistadoren

In einem Kommentar für den Catholic Herald nimmt der Autor des Artikels „War das spanische Kolonialreich wirklich so schlimm?“, der Priester Alexander Lucie-Smith, Stellung zu den kürzlich entdeckten Massengräbern von Kindern an einer als Las Llamas bezeichneten Stätte in Peru, die bei Opferritualen getötet wurden. Lucie-Smith ist seiner in Chile gebürtigen Mutter dankbar dafür, ihm als Kind von den wunderbaren Taten der Entdecker wie Christopher Columbus und der Konquistadoren erzählt zu haben. Wie sie gewaltige Reiche stürzten und sie für Spanien und „natürlich, für den katholischen Glauben beanspruchten“. Über die jüngsten archäologischen Entdeckungen schreibt der von ihm zitierte Daily Telegraph: „Außer den Knochen (von 140 Kindern) fanden Forscher darüber hinaus Fußspuren, die Regen und Erosion überdauerten. Die kleinen Fußspuren weisen darauf hin, dass die Kinder von Chan Chan aus – einer alten, ein Kilometer von Las Llamas entfernten Stadt – in ihren Tod marschierten… An den Skeletten der Kinder fanden sich Verletzungen am Brustbein, die vermutlich von einem Zeremonienmesser stammten. Verschobene Brustkörbe lassen darauf schließen, dass man – wer auch immer die Opferungen durchgeführt hatte – möglicherweise versucht hat, das Herz der Kinder dem Körper zu entnehmen.“ All dies sei, so Lucie-Smith in seinem Kommentar, eine „unbequeme Wahrheit“ für jene, die uns glauben machen wollen, dass die spanische Eroberung der Neuen Welt nichts Gutes war. Präkolumbianische Zivilisationen hätten trotz ihrer Leistungen auch große Schattenseiten. Moralische Relativisten könnten behaupten, dass Kinderopfer „nicht per se von Natur aus etwas Böses sind und wir andere Gesellschaften nicht richten dürfen“. Lucie-Smiths „Standpunkt ist eindeutig, obwohl ihn manche vielleicht vereinfachend finden: Kein intrinsisches Übel – und Kindesmord ist ein klares Beispiel dafür – kann je, aus welchem Grund auch immer, toleriert werden. Danken wir Gott für die Konquistadoren.“

Klimawandelskeptiker verhalten sich umweltfreundlicher

Laut einer Studie verhalten sich Klimawandelskeptiker umweltfreundlicher als diejenigen, die vor einer globalen Erderwärmung warnen. Die von Forschern der Universität von Michigan durchgeführte Untersuchung ergab, dass diejenigen, die äußerst besorgt um den Klimawandel sind, weniger aufgeschlossen gegenüber dem Recycling seien und sich weniger daran beteiligten als die Skeptiker der Klimaerwärmung. Die im Journal of Environmental of Psychology veröffentlichte Studie mit dem Titel „An den Klimawandel glauben, sich aber nicht nachhaltig verhalten“ untersuchte die Verhaltensweisen von 600 Personen, die in drei Gruppen unterteilt waren: „sehr besorgt“, „etwas beunruhigt“ sowie „skeptisch“ hinsichtlich der Klimaerwärmung. Die „sehr besorgte“ Gruppe befürwortete zwar am meisten die Klimapolitik der Regierung, sei jedoch am wenigsten empfänglich, individuelle Maßnahmen durchzuführen, während die Skeptiker sich den politischen Lösungen widersetzten, sich jedoch am meisten für individuelle umweltfreundliche Verhaltensweisen einsetzten, wie das Recycling oder die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Als Beispiel dient der Washington Times bei der Berichterstattung über die Studie der führende Klimawandel-Aktivist Al Gore, der aufgrund seines hohen Stromverbrauchs in die Kritik geraten war. Allein sein Swimmingpool benötigt so viel Elektrizität, wie sechs Durchschnittshäuser jährlich an Strom verbrauchen. KKS

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Al Gore Karl Marx Kommunismus Recycling Umweltfreundlichkeit

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