Beichten heißt: Besser leben, besser sterben

Nur unbedingt ehrlich muss sie sein! - Ein Kommentar zum Sakrament der Versöhnung. Von Claudia Sperlich
Beichte
Foto: dpa | Papst Franziskus wirbt unermüdlich für die Beichte. Die Aufnahme zeigt ihn während des Weltjugendtags in Brasilien 2013.

Häufige ehrliche Beichte mit ernsthafter Reue ist nicht nur der Königsweg zum seligen Sterben, sondern auch dazu, die Neigung zur Sünde zu mindern, das eigene Gewissen zu schulen, kurz: besser zu leben. Wer häufig auch leichtere Sünden ehrlichen Herzens beichtet, wird merken, dass sein Bewusstsein für verkehrtes Handeln und Denken wächst und „Kleinigkeiten“ wenig Chance bekommen, sich zu größeren Lastern auszuwachsen. Dann kann einem auch ein Licht aufgehen darüber, dass irgendeine gewohnheitsmäßige Handlung gar nicht gut ist. Beichte hilft zur geistigen und geistlichen Entwicklung.

Dennoch haben Menschen, die zu wöchentlicher Beichte verpflichtet sind, über Jahrzehnte abscheuliche Sünden begangen. Ich kann mir das nur erklären, wenn ich annehme, dass ihre Beichte bewusst unehrlich war. Über Jahrzehnte! Unwissenheit darüber, dass man nicht vergewaltigen darf, oder darüber, was Zölibat bedeutet, lässt sich bei einem Priester nicht annehmen. (Was den ersten Punkt angeht, lässt sich Unwissenheit ohnehin bei kaum einem Menschen vorstellen.)

Eine verlogenen Beichte ist absurd

Also haben zahlreiche zu Hirten bestellte Menschen lange Zeit ungültig gebeichtet. Sie haben dennoch, mit verlogenen Mündern und schmutzigen Händen, gültig die Messe zelebriert. Bischöfe, die schweigende Mitwisser waren, haben gültig Weihen gespendet. Ehrlich Beichtende haben in diesem Morast gültig die Absolution empfangen. Denn in den Sakramenten wirkt Gott, nicht der Priester. Umso wichtiger ist es, die Absurdität einer verlogenen Beichte zu sehen. Gott weiß ja, wenn das Beichtkind lügt, und das Beichtkind weiß, dass Er es weiß.

Gott weiß es - und hält die Kirche weiter fest

Ich bin sicher, dass Gott die Kirche auch weiterhin in Seinen Händen und an Seinem Herzen hält. Über das endgültige Schicksal der schuldigen Priester weiß ich nichts; das ist allein Gottes Sache. Sicher bin ich auch, dass alle Söhne und Töchter der Kirche zur Sühne aufgerufen sind – zum Gebet für die Kirche, für all ihre Diener, schuldige und unschuldige, und für jene, die als Schutzbefohlene zu Opfern wurden. Darüber hinaus sind alle aufgerufen, für ihre eigenen Seelen zu sorgen durch die erwähnten gottgegebenen Mittel.

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DT (jbj)

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