SIEBEN IRRTÜMER

Die Lehre der Kirche hat nichts mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun, daher ist sie irrelevant 

Gegen das populäre Vorurteil. Sieben verbreitete Irrtümer über die katholische Kirche und was gegen sie spricht - Teil 5.
Papst Benedikt XVI. warnte sogar oft vor einer Diktatur des Relativismus.
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Die Lehre der Kirche kann die Lebenswirklichkeit der Menschen prägen. Umgekehrt wird eine relativistische Lehre daraus.
 

Christen leben nach der Lehre, die ihrem Glauben an Gott entspricht. Zwar sollte man, frei nach Kant, so handeln, dass die Maxime des eigenen Handelns auch für die Gesellschaft gelten könnte, jedoch ist eine Umkehrung dieser Grundweisheit   die Kirche möge sich nach dem Handeln des Einzelnen richten ein empirisch leicht zu widerlegender Fehlschluss. Würde sich die Lehre an die Lebenswirklichkeit etwa der deutschen Christen der 2020er Jahre anpassen, wäre die  Lehre  bald ad absurdum geführt. Sie würde nur eine relativistische Lebensführung untermauern. 

Beziehung zu Gott

Lesen Sie auch:

In der Kirche geht es um eine starke, gute und reine Beziehung des einzelnen Menschen zu Gott und zu anderen Menschen. Hier zeigt die Kirche Sünden und Probleme auf und verbindet diese mit Lösungsvorschlägen und praktischen Tipps. Ihre Lehre zielt darauf, uns zur wahren Freiheit und Liebe zu bringen. Sie ermutigt, uns nicht mit Mittelmäßigkeit zufrieden zu geben. Sie zeigt uns, dass es für Gott keine hoffnungslosen Situationen oder Menschen gibt. 

Die Lehre ist nicht für  die Kirche  als Institution da. Die Lehre ist für die Menschen da, damit sie werden wie Jesus, d.h. heilig werden. Für alle Menschen aller Zeiten und Orte. Aufgabe des Lehramtes ist es nicht, für jede Zeit eine neue Lehre zu erfinden, sondern an der Lehre Christi festzuhalten und vor den Irrtümern der Zeiten zu schützen. Katholisch sein bedeutet schließlich, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich auf das Abenteuer einzulassen, für das Gott einen geschaffen hat.

Lesetipp:

Matthäus 5,17ff


Die sieben kurzen Texte von der Initiative Pontifex erschienen in dieser Woche in der Tagespost und im Portal ale kleine Reihe. Die Autoren dieses Beitrags sind Benno Schwaderlapp, Elisabeth Doczy, Marvin Schwedler, Susanne Keppel, Ursula Harter, Ludwig von Brühl .

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Weitere Artikel
Die Synodalversammlung befasst sich in erster Lesung mit Arbeitspapieren, in denen katholische Lehrmeinung und Humanwissenschaften gegeneinander ausgespielt werden
07.09.2022, 14  Uhr
Vorabmeldung
Warum in die Ferne schweifen? Ein Tagesausflug rund um das rheinische Düren führt tief in die Geschichte des christlichen Mittelalters.
23.07.2022, 07  Uhr
Andreas Drouve
Themen & Autoren
Meldung Christen Heiligtum Immanuel Kant Jesus Christus Katholische Kirche Katholizismus Kirchen und Hauptorganisationen einzelner Religionen Päpste Religiöse Verfehlungen und Sünden

Kirche

Nach bald 20 Jahren der Erneuerung ist die „Kirche im Gebirge“, die Diözese Innsbruck, an einem Punkt angekommen, wo die Verwirrung größer ist als die Vision.
02.10.2022, 15 Uhr
Martin Kolozs
Kardinal Kurt Koch weist den Vorwurf von Bischof Georg Bätzing zurück, er habe den Synodalen Weg mit einem Nazi-Vergleich heftig kritisiert. Die Stellungnahme im Wortlaut.
29.09.2022, 20 Uhr
Kurt Kardinal Koch
Der Kirchenlehrer Franz von Sales (1567–1622) war Bischof von Genf und reformierte die Kirche, indem er die Menschen zum Gebet hinführte und geistliche Schriften verfasste.
01.10.2022, 19 Uhr
Uwe Michael Lang C.O.