Vatikanstadt

In Rom kursieren Spekulationen um das Ende des aktuellen Pontifikats

Papst- Geplänkel in Rom. Spekulationen kursieren nach der Darmoperation des Papstes. In Gedanken ist mancher schon beim nächsten Konklave.
Papst Franziskus nach Operation weiter auf Weg der Besserung
Foto: Grzegorz Galazka (Mondadori Portfolio via ZUMA) | Papst Franziskus steht auf einem Balkon der Poliklinik «Agostino Gemelli». Seit der Darm- OP des Papstes kursieren Spekulationen über ein Ende des Pontifikats.

Als ob es nichts Wichtigeres in der Welt gäbe, geben sich die römischen Beobachter des vatikanischen Geschehens inzwischen ganz ihrer Lieblingsfrage hin, nämlich der, wie es denn mit dem Papst weitergeht. Hinter ihm liegt eine Darmoperation, vor ihm in nicht allzu weiter Ferne der 85. Geburtstag. Ob es daran liegt, dass Benedikt XVI. in diesem Alter von seinem Amt zurücktrat oder Johannes Paul II. kurz vor dieser Jahresschwelle verstarb?

Gerüchteküche

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Jedenfalls schießen die Gerüchte ins Kraut, dass Franziskus es seinem Vorgänger nun gleichtun könnte, wie Antonio Socci in der Zeitung "Libero" vermutet. Oder dass Papa Bergoglio noch schnell per Papstgesetz den Status des Emeritus ändern könnte, wie der amerikanische Vatikanist John Allen schreibt und es "Huffington Post" sofort in Europa verbreitet. Nicht nur um Benedikt XVI. in eine schwarze Soutane zu zwingen, sondern um selber den Papst-Ruhestand in der ihm genehmen Form verbringen zu können. Dabei ist bei Franziskus von Ruhestand nichts zu spüren. Wie geplant nimmt demnächst die Reise nach Budapest und in die Slowakei ihren Lauf und schon den August über hat der Papst seine Generalaudienzen wieder abgehalten. Eine Veränderung ist ihm nicht anzumerken.

Noch kein Vorkonklave

Aber die Zeit des "Vor-Konklave" ist nun einmal da, Franziskus wird mit ihr leben müssen, und regelmäßig wird sie Artikel-Serien produzieren, in denen sich der Blick auf den "Nächsten" richtet. Johannes Paul II. hat zehn Jahre lang damit gelebt.

Dieses "Fine-Papato" ist nicht zuletzt ein Reflex der Ratlosigkeit. Man weiß weder, was der Maxi-Prozess im Vatikan bringen wird, in dem vieles um das vatikanische Staatssekretariat kreist, noch der synodale Weltprozess.

Beide starten im Oktober. Vergleicht man die Stimmung vor der Doppelsynode zu Ehe und Familie mit der von heute, schweben einem Schlaftabletten vor dem geistigen Auge. Sich da nach etwas ganz Neuem, sprich: dem Neuen zu sehnen, ist zwar verständlich. Wobei sich mit diesem Hoffnungen verbinden mögen, die mit Bergoglio unerfüllt blieben. Trotzdem ist dieses "Vor-Konklave" ein reines Sommer-Geplänkel.

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