Er bohrt Löcher. Während im Wohnzimmer Maria der Engel erscheint und die Geburt des Heilands ankündigt, sitzt ein bärtiger Greis in der Nebenstube und arbeitet mit Holz. Säge, Axt, Nägel, Hämmer, Bohrwerkzeuge und Messer liegen im Raum verstreut oder auf einer Werkbank. Sitzt der zukünftige Ziehvater Christi abseits der Szene? Oftmals hat man in der Kunst des Mittelalters Josef nur schlafend oder vom Heilsgeschehen entrückt gesehen. Doch Josef kommt im Mérode-Triptychon eine besondere Bedeutung zu. Schon vor der Geburt des Gottessohnes beschützt er ihn – und verquickt diese Aufgabe mit seinem Handwerk. Auf dem Fenstersims, das hinaus auf einen niederländischen Marktplatz mit Giebelfassaden zeigt, steht ein hölzerner Apparat.
Der dem Teufel Fallen stellt
Josef der Arbeiter verkörperte im Kalten Krieg den Antikommunisten. Er zeigte der Welt die Kirche als wahre Heimat der werktätigen Bevölkerung.
