Gläubige berichten

Kein Gebet geht verloren

Ob an Gnadenstätten oder in schwierigen Alltagssituationen – wer bittet, kann auf Gott zählen. Wie gläubige Christen im Alltag Gebetserhörungen und den Beistand des Himmels erfahren, beschreiben die folgenden Beiträge.
Wallfahrtskirche in Klausen
Foto: Harald Oppitz | Jährlich pilgern über 100.000 Menschen nach Klausen, um die Gottesmutter Maria um Hilfe zu bitten oder ihr zu danken. Mittlerweile ist Klausen der wohl bekannteste Wallfahrtsort in Rheinland-Pfalz.

Ein Heilungsbericht aus Neviges

Als ich bei einem Seminar in Haus Altenberg war, kam eine junge Frau auf mich zu. Sie hatte gehört, dass ich aus Neviges komme, und wurde plötzlich an ihre Dankesschuld an die Gottesmutter erinnert. Mit fünf Jahren habe sie eine eitrige Hüftgelenksentzündung bekommen und konnte nicht mehr laufen. Damals mussten die Kinder, die eine solche Erkrankung überlebten, ein Leben lang humpeln. Ihre Mutter sagte: Wir pilgern nach Neviges, damit du durch die Fürsprache der Gottesmutter geheilt wirst. Und ich trage dich den ganzen Marienberg auf dem Rücken rauf und runter.

Als sie so über den Marienberg lief, sagten einige Menschen: Frau, lassen Sie doch das Kind herunter, sie ist groß genug, um selbst zu laufen. Doch sie sagte: Nein, ich muss sie tragen, denn ich habe das versprochen. Als wir unten am Ausgang waren, da stellte mich meine Mutter hin und sagte: Nun geh! Und ich konnte ganz normal gehen, ich war absolut geheilt. Abschließend sagte die Frau zu mir: Ich bin durch Sie an Neviges erinnert worden und weiß nun, dass ich mit meinem Mann eine Dankeswallfahrt mache, was ich nie getan habe. Das hat sie wirklich getan.

Mathilde Peus

 

"Mutter und Kind wohlauf"

Der Steirer Peter Hirt hat viele Gebetserhörungen erlebt. Die "sinnloseste" und "die berührendste" ereignete sich, als er eines Abends versäumte das Fußballspiel seiner Lieblingsmannschaft versäumte, weil er bis spät in der Firma arbeiten musste. Auf der Heimfahrt kam ihm die Idee: "Wenn ich schon das Spiel verpasse, würde ich wenigstens bei der Vorbeifahrt am Stadion gern einen Torjubel meiner Mannschaft hören." Er drehte das Autoradio auf - wo eben ein Elfmeter für seine Mannschaft angekündigt wurde. "Ohne zu beschleunigen, gerade als ich am Stadion vorbeikam, war da ein Jubelschrei aus tausenden Kehlen: Tor! Eine sinnlose Erhörung, aber ich fühlte mich vom Herrn geliebt."

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Berührt habe ihn eine andere Erhörung. Während einer Operation unter Teilnarkose betete er Rosenkranz für alle schwangeren Frauen seines Ortes um eine glückliche Geburt. "Besonders für Doris, die als nächste dran ist. Da empfing ich den klaren Impuls: Nicht für Doris, sondern für Gerti!" Am Folgetag besuchte ihn ein Nachbar im Krankenhaus und sagte: "Gegenüber in der Geburtsklinik besuchte ich eben Gerti. Sie wurde gestern mit schweren Komplikationen eingeliefert - aber nach langem Drama sind Mutter und Kind wohlauf!"

 

Gebetserhörung in Marienfried

"Dieses Kind wird niemals laufen oder sprechen können. Es wird auch nicht mehr lange leben. Ohne Geräte ist es völlig lebensunfähig." Darüber waren sich die Ärzte einig. Das war im Jahr 1987 und das Kind, von dem hier die Rede ist, war damals ein einjähriger Junge. Doch die Eltern des Kindes wollten sich mit dem Urteil der Ärzte nicht zufrieden geben. Eine Bekannte erzählte Ihnen von Marienfried, einem Gnadenort nahe bei Ulm, der ihnen bisher gänzlich unbekannt war. Im tiefsten Winter kamen sie zu später Stunde an der Gnadenkapelle der Gebetsstätte an. Warm eingepackt brachten sie das Kind und ihren ganzen Schmerz zur Gottesmutter. Sie trafen auch den Gründer Marienfrieds, Pfarrer Martin Humpf, der das Kind segnete.

Schon auf dem Heimweg spürten sie, dass etwas anders war. Sie wussten: Es wird alles gut! Die Gottesmutter Maria hilft! Tatsächlich hat der Junge sprechen und laufen gelernt und sogar einen Beruf erlernen können. Die Familie blieb der Gottesmutter und der Gebetsstätte treu und der Sohn begann schließlich, in Marienfried zu ministrieren. Mit über 30 Jahren ist er heute immer noch dabei. Das ist seine Art, Dank zu sagen.

Rektor Georg Alois Oblinger

 

Das Wunder von Taru

"Zufall ist der Künstlername des lieben Gottes" so sagt man. Das folgende Beispiel mag dies veranschaulichen. Von Mombasa aus hatte ich einen Trip in die etwa 200 Kilometer entfernten Taita Hills zu machen. Auf dem Rückweg stellte ich fest, dass die Motor-Temperatur meines guten aber alten Fahrzeugs besorgniserregend anstieg und bald den roten Bereich erreichte. In Taru, etwa hundert Kilometer vor Mombasa, musste ich stoppen. Die Diagnose war klar: kein Kühlwasser! Ich machte mich auf den Weg zu einem einige hundert Meter entfernten Haus, um dort um Wasser zu bitten. Kaum zwei Minuten später hörte ich ein Fahrzeug hupen und anhalten. Es war eine Mitarbeiterin des Caritasteams, in dem ich zu dieser Zeit tätig war, und ein Fahrer. Er kannte sich nicht nur mit meinem Fahrzeug aus, sondern hatte reichlich Wasser an Bord. Etwa acht Liter füllte er nach und so konnten wir nach wenigen Minuten unsere Fahrt fortsetzen. Ohne ihn wäre das alles sehr problematisch geworden. Mit ihm kam es zu diesem kleinen "Wunder von Taru".

Dieses "Wunder" habe ich nicht erbeten. Und doch ist es die Frucht des Gebetes so vieler, die mich und meinen Dienst von nah und fern unterstützen. Und zugleich hat mir damit der liebe Gott eine doppelte Lehre erteilt: 1. Fürchte dich nicht, ich lasse dich nicht allein! 2. Aber trage du deine Verantwortung! Du wusstest doch um die Problematik des alten Fahrzeugs und warst nicht gut vorbereitet. Diese Lehre hat gesessen. Einige Wochen später musste ich aus anderen Gründen dieselbe Strecke fahren und fast auf den Meter genau am selben Platz ereignete sich dasselbe. Doch diesmal hatte ich genügend Wasser an Bord.

Weihbischof Dominik Schwaderlapp

 

Brot und Schultaschen

"Manchmal haben wir nichts, was wir den Menschen geben können, dabei bekommen wir viele Anrufe. Durch die westlichen Sanktionen fehlt es uns in Syrien an allem: Medikamente, Treibstoff, Nahrungsmittel. Auch die Mieten sind für die meisten Familien unbezahlbar geworden. Wir Schwestern teilen alles, was wir haben. Es geschehen täglich Gebetserhörungen und echte Wunder, die uns am Leben erhalten.

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Neulich zum Beispiel bekam ich wieder eine Anfrage:  Wir brauchen Schultaschen, wir brauchen Essen für die Kinder.  Ich musste dem Bittsteller sagen:  Tut mir leid, wir haben nichts, wir haben eben unser letztes Brot weggegeben.  Dann gingen wir ins Gebet und plötzlich klingelte das Telefon. Ein Freund war dran und sagte:  Schwester, ich habe 15 Schultaschen übrig - könnt Ihr die brauchen? Und Brot, das ich heute nicht verkaufen konnte.  Wir erfahren hier täglich den barmherzigen und fürsorglichen Gott. Er sorgt für uns."

Schwester Annie Demerjian aus Aleppo / Kirche in Not

 

Ein Zeugnis aus der Ukraine

"Wir haben lange in der belagerten Stadt Mariupol ausgeharrt und die Menschen mit dem nötigsten versorgt. Als alles zusammengebrochen war und sich der Ausweg zu schließen drohte, beschlossen wir, die Flucht zu versuchen. Wir versammelten uns im Luftschutzkeller und beteten dafür, unversehrt aus der belagerten Stadt zu entkommen. In ständiger Angst fuhren wir mit dem letzten intakten Auto los und sofort schien alles schiefzulaufen. Wir waren noch keine zehn Kilometer gefahren, da platzte ein Reifen und wir saßen wie auf dem Präsentierteller fest. Von allen Seiten hörten wir Gewehr- und Geschützfeuer und beeilten uns sehr mit dem Reifenwechsel. Dennoch brauchten wir für die Reparatur eine endlose halbe Stunde.

Es wurde schon dunkel, als wir uns wieder auf den Weg machen konnten. 20 Kilometer weiter mussten wir an einem stark beschädigten Checkpoint der ukrainischen Armee anhalten. Die Soldaten dort berichteten uns, dass sie vor 30 Minuten einen heftigen Angriff russischer Kräfte abwehren mussten. Da wurde uns klar, dass der Reifenplatzer für uns kein Unglück gewesen war. Ein Engel Gottes hatte unser Leben bewahrt."

André Stiefenhofer / Kirche in Not

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