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Psalmen: Gebete mitten aus dem Leben gegriffen

Wie unsere "Junge Feder" Rebekka Reinhart den Schatz der Psalmen für ihr persönliches Gebet entdeckte.
Der Psalter ist ein Gebetbuch mitten aus dem Leben.
Foto: Pixabay | Der Psalter ist ein Gebetbuch mitten aus dem Leben.

Die Psalmen. Ein Buch, mit dem ich lange Zeit nichts anfangen konnte. Wenn beispielsweise einer meiner Lieblingsbuchcharaktere Benjamin Coleman (von der Autorin Veronika Grohsebner) die Psalmen betete, übersprang ich diese meistens gleichgültig. Mittlerweile hat sich meine Ansicht zu diesem Buch der Bibel geändert.

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Bis es soweit kam, dauerte es allerdings einige Zeit. Einem Psalm beim Morgengebet, der mich mit seinem schönen Klang und den treffenden Formulierungen ansprach, folgte eine Busreise, bei der ich aus Langeweile in diesem Buch zu lesen begann. Psalm 1 und 2 überflog ich nur, aber der dritte Psalm passte gut zu einer damaligen Situation und sprach mir aus dem Herzen. Ich las diesen öfter durch und lernte die ersten Verse auswendig.

Die Wege

Monate später blätterte ich wieder das „Buch der Loblieder“ durch und lies mich nachhaltig von ihm begeistern. Meine erste Bekanntschaft machte ich mit Psalm 1: „Die beiden Wege“. Dieses Mal weckte er in mir Interesse. Er handelt von „dem Mann, der (…) Freude hat an der Weisung des Herrn“ in Gegenüberstellung zu den „Frevlern“, und endet mit der Mahnung: „Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund.“ (Ps 1, 6) Seine Schönheit und seiner Poesie (je nachdem, welche Übersetzung man hat), aber auch seine tiefe, lehrreiche Wahrheit berührten mich.

Den Glauben im Alltag leben

Die Psalmen sind Worte eines Menschen an Gott. Für jede Lebenssituation ist etwas dabei. Wenn ich zum Beispiel nicht weiß, wie ich Gott meine Situation, meine Gefühle oder Empfindungen erklären soll, dann kommt mir ein Vers oder ein Psalm in den Kopf, der das wunderbar treffend zum Ausdruck bringt, wofür mir die Worte fehlen.

Die Herrlichkeit

Es dauerte auch nicht lange, bis weitere Psalmen hinzukamen. So der Psalm 8: „Die Herrlichkeit des Schöpfers – die Würde des Menschen“. Dieser Psalm passt für mich sehr gut zur Danksagung nach dem Empfang der heiligen Kommunion. Wenn das Herz vor Freude überströmt, kann man nicht anders, als die Herrlichkeit Gottes zu bewundern und ihm zu danken, dass er trotz seiner Größe und Macht seine Liebe und Güte an etwas so Kleines und Eigensinniges wie uns Menschen verschenkt (vgl. Vers 5).

Selbst wenn ich mir Sorgen mache und weder ein noch aus weiß, geben mir die Psalmen Trost und Zuversicht. Sie erinnern mich in solchen Momenten daran, dass alles in Gottes Hand liegt und er sich um uns sorgt. Ein bekanntes Beispiel ist der Psalm 91: „Weil er an mir hängt, will ich ihn retten. Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.“ (V. 14).

Schönheit

Es gibt viele wunderschöne Psalmen, um genau zu sein 150. Doch manchmal braucht es Zeit, um Zugang zu ihnen zu finden – so wie bei mir. Meine „Freundschaft“ mit den Psalmen ist auch noch stetig am Wachsen, da man in neuen Lebenssituationen Psalmen neu begreifen und sich nochmal anders von ihnen faszinieren und leiten lassen kann.

Jedenfalls steht fest: Die Psalmen sind ein wundervolles Geschenk von Gott an uns Menschen, das sich lohnt, entdeckt zu werden.

Rebekka Reinhart
Foto: Privat | Rebekka Reinhart ist 16 Jahre alt und Schülerin.

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