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Der Schutz der Schöpfung ist ein Auftrag

Als Geschöpf die Schönheit der Schöpfung Gottes zu erkennen, ist weit mehr als bloße Klima-Ideologie, schreibt unsere "junge Feder".
Als Geschöpf Gottes können wir die Schönheit der Schöpfung erkennen.
Foto: Pixabay | Als Geschöpf Gottes können wir die Schönheit der Schöpfung erkennen. Sie zu schützen ist unser Auftrag.

„Das tut mir jetzt richtig gut; da fühl ich mich frei; in der Natur liegt eine Kraft.“ Diese oder ähnliche Erfahrung macht bestimmt jeder von uns, wenn er einen außergewöhnlich schönen Moment in der Natur erlebt. Doch liegt die Kraft nicht allein in der Natur, sondern wir erleben die Schönheit der Schöpfung. In uns flammt etwas auf, wovon wir selbst sind. (vgl. Gen 2,7) Die Schönheit der Schöpfung kann ich erkennen, da ich selbst ein Geschöpf bin und mich in der Schöpfungsordnung Gottes wiederfinde. „Die Schönheit der Schöpfung widerspiegelt die unendliche Schönheit des Schöpfers“ (KKK, 341) und deren Krönung sind wir! (vgl. KKK, 343)

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Papst Franziskus hatte mit seiner zweiten Enzyklika „Laudato Si“ 2015 einen Meilenstein in diese Zeit gelegt und auf eine Welt mit vielerlei Krisen aufmerksam gemacht. Es braucht ein neues Bewusstsein für diese Welt; eine „Sorge für das gemeinsame Haus“! Wir haben die Verantwortung, an der Schönheit der Schöpfung mitzuarbeiten.

Kultur der Achtsamkeit 

Ein Bewusstwerden kann bei jedem von uns beginnen in unserem alltäglichen Wahrnehmen und Handeln. Ob durch Mülltrennung, Müllvermeidung, Stromsparen, Rad- oder Bahnfahren, freudig Gutes tun oder einfach mal nur lächeln. „Eine ganzheitliche Ökologie ist auch aus einfachen alltäglichen Gesten gemacht“, die eine „Kultur der Achtsamkeit“ fördern. (LS 230/231)

Der Blick des bedeutenden Religionsphilosophen Romano Guardini kann helfen. Er veranschaulicht poetisch in einem seiner Reisetagebucheinträgen: „Zuweilen werden Einem neue Augen geschenkt. […] Die Augen hatten in der Stadt gefastet, immer nur Mauern gesehen, Straßen, Stadtmenschen und im Übrigen bedrucktes Papier.

Den Kern der Schönheit treffen

Nun aber blickten Wälder und verschneite Äcker her, und alles war neu. Schön ist das. […] Es kommt einem warm und froh übers Herz, und man möchte mit der Hand darüber hinstreichen und sie liebkosen.“ (Italienische Reisen, S. 45) Leibhaftiges Erleben, wenn alle Sinne auf die Schönheit der Schöpfung gerichtet sind; Farben sehen, Morgenluft riechen, Vogelgesang hören, kühlen Wind fühlen. In unseren Sinnen ist schon alles von Gott angelegt.

Manuel Hoppermann - Den Glauben im Alltag leben

Neuzeitige Bewegungen, wie die militante „Letzte Generation“ oder politische wie „Fridays for Future“, treffen leider nicht den Kern einer Schönheit, die dabei hilft aufschauen zu können, sondern laden vielmehr dazu ein, eine Ideologie zu zelebrieren, die eine einseitige Beschäftigung mit dem Klima fördert. Doch zu welchem Preis? Bildungszeit geht verloren und ziviler Ungehorsam wird kultiviert. Und das Klima? Das Wetter, der Herzschlag der Natur, schwankt.

Singend voran

Schon Paulus spricht von den Geburtswehen der Schöpfung in seinem Römerbrief oder viel früher im Alten Testament Jesus Sirach in seiner Weisheitsschrift von den „Wehen der Erde“. (vgl. Sir 43,17). Doch „auf Hoffnung hin sind wir gerettet“. (Röm 8,24) Kein messbarer oder vergleichbarer Ist-Wert. Für mich sind das tröstende Worte, die eine mystische Perspektive eröffnen.

„Gehen wir singend voran! Mögen unsere Kämpfe und unsere Sorgen um diesen Planeten uns nicht die Freude und die Hoffnung nehmen.“ (LS, 244)

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