8. Mai: Die Wochenheilige

Selige Marie-Catherine de Saint-Augustin

Marie-Catherine de Saint-Augustin gehört zu den sechs Gründungsheiligen der kanadischen Kirche. Sie wurde am 23. April 1989 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Schwester Marie-Catherine starb im Alter von nur 36 Jahren an Tuberkulose.
| Schwester Marie-Catherine starb am 8. Mai 1668 im Alter von nur 36 Jahren an Tuberkulose.

Das „Hotel-Dieu de Québec“ ist das älteste Krankenhaus auf dem amerikanischen Kontinent nördlich von Mexiko. Es wurde 1637 von Marie-Madeleine du Plessis-Vignerot, einer Nichte von Kardinal Richelieu, gegründet und den „Augustines hospitalieres“, einem auf Krankenpflege spezialisierten Frauenorden, anvertraut. 1648 schloss sich die erst 16-jährige Marie-Catherine de Saint-Augustin den ersten Pionierinnen in Kanada an und widmete sich bis zu ihrem Tod unermüdlich der Arbeit unter den Einwohnern der damaligen Kolonie Neufrankreich. Stellvertretend für die „Augustines hospitalieres“, die eine wichtige Rolle bei der Missionierung Kanadas spielten, zählt sie zu den sechs Gründungsheiligen der kanadischen Kirche. Sie wurde am 23. April 1989 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen; ihr Gedenktag ist der 8. Mai.

In der Normandie geboren

Catherine Simon de Longpré wurde am 3. Mai 1632 in dem kleinen Ort Saint-Sauvuer-le-Vicompte in der Normandie geboren. Ab dem Alter von zwei Jahren wuchs sie bei ihren Großeltern mütterlicherseits auf. Sie hatte von Anfang an eine sehr religiöse Ader und legte schon mit vier Jahren die erste Beichte ab. Mit fünf Jahren hatte sie den Wunsch, die Erstkommunion zu empfangen, was aber aufgrund des frühen Alters abgelehnt wurde. Als sie mit acht Jahren zugelassen wurde, fasst sie im Herzen den festen Entschluss, heilig zu werden. Gleichzeitig hatte sie erste mystische Erfahrungen und litt immer wieder unter Fieber und starken Kopfschmerzen.

Mit zehn Jahren hatte sie einen mystischen Traum, in dem sie ihren Ordenseintritt voraussah; im selben Jahr weihte sie sich der Gottesmutter. Am 7. Oktober 1644 – mit zwölf Jahren – trat sie in das Kloster der „Augustines hospitaliéres“ in Bayeux ein. Vier Jahre später legte sie die Ordensprofess ab und bekam den Namen Catherine de Saint-Augustin.

Freiwilliger Missionsdienst in Kanada

Bereits als Novizin hatte Catherine sich freiwillig für die Mission in Kanada gemeldet. So bestieg sie kurz nach der Profess, im Mai 1648, das Schiff, das sie in die Neue Welt bringen sollte und kam am 19. August in Quebec an. Auf der langen Überfahrt herrschte eine Seuche auf dem Schiff, mit der sie sich ebenfalls ansteckte. Ihre wunderbare Heilung schrieb sie der Gottesmutter zu; aus Dankbarkeit setzte sie ihrem Namen nach ihrer Ankunft in Kanada „Marie“ voraus.

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In Kanada war Schwester Marie-Catherine wie vorgesehen in der Krankenpflege tätig und setzte sich für die indigene Bevölkerung ebenso ein wie für die französischen Siedler. Um den Indigenen besser zu dienen, bemühte sie sich, ihre Sprachen zu erlernen. Das Martyrium von Jean de Brébeuf, der von Irokesen am Marterpfahl ermordet wurde, machte einen starken Eindruck auf sie; daher verehrte sie den später heiliggesprochenen Jesuiten zeitlebens und betrachtete ihn als ihren „himmlischen Seelenführer“. 1654 legte sie ein privates Gelübde der Stabilität in Kanada ab, um ihre beständige Versuchung, nach Frankreich zurückzukehren, zu besiegen.

Immer wieder hatte Marie-Catherine mystische Erlebnisse. So sah sie am Hochfest Christi Himmelfahrt 1657 in einer Schau den eigenen Platz im Himmel und verspürte ein Jahr später den inneren Ruf, für die Sünder zu leiden und ihr Leben für die Konsolidierung der Kirche in Kanada hinzugeben. 1659 erlebte sie eine mystische Salbung im Hinblick auf diesen Ruf.

Harte Arbeit und Krankenpflege

Gleichzeitig waren ihre Tage ausgefüllt mit harter Arbeit in der Krankenpflege im „Hotel-Dieu“. Bereits mit 22 Jahren wurde sie zur Ökonomin ernannt; damit wurde ihr die wirtschaftliche Leitung des Krankenhauses anvertraut. Mit 31 Jahren wurde sie Direktorin des Krankenhauses, wenig später auch Novizenmeisterin ihres Ordens. Sie hatte ein ruhiges, offenes Wesen und trat Schwierigkeiten furchtlos und mutig gegenüber, vereinte charakterliche Festigkeit mit zärtlicher Liebe zu den Kranken und ihren Mitschwestern.

Am 20. April 1668 erkrankte Schwester Marie-Catherine schwer an Tuberkulose; sie starb am 8. Mai 1668 im Alter von nur 36 Jahren. Die Grundlage ihrer Seligsprechung waren die Aufzeichnungen des Jesuiten-Missionars Pater Paul Ragueneau, der ihr bis zum Tod als Beichtvater zur Seite stand.

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