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Hl. Miguel Febres Cordero

Francisco Febre Cordero galt in seinem Heimatland als einer der führenden Köpfe im kulturellen Leben.
Hl. Miguel Febres Cordero
| 1977 wurde Cordero selig- und sieben Jahre später heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 9. Februar.

Die Enzyklika „Vehementer nos“ vom 11. Februar 1906 war eine heftige Protestreaktion von Papst Pius X. gegen das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat, das zwei Monate zuvor in Frankreich in Kraft getreten war. Vorangegangen waren antiklerikale Maßnahmen wie die Aufhebung von Ordensgemeinschaften, die Konfiszierung kirchlicher Güter sowie die Schließung katholischer Schulen.

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Viele französische Priester und Ordensleute verließen daraufhin das Land, darunter auch die von Jean Baptiste de la Salle im 17. Jahrhundert gegründeten Brüder der christlichen Schulen. Sie verlegten ihr Mutterhaus von Frankreich nach Belgien und richteten ihr Apostolat auf Spanien und Südamerika aus. Um ihnen guten Spanischunterricht zu ermöglichen, holte die Ordensleitung den Ecuadorianer Bruder Miguel Febres Cordero nach Europa, der die Sprachkurse für seine Ordensbrüder organisierte. Er galt in seinem Heimatland als einer der führenden Köpfe im kulturellen Leben. 1977 wurde er selig- und sieben Jahre später heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 9. Februar.

Besondere Verehrung für die Gotesmutter und das Jesuskind

Francisco Febres Cordero, so sein bürgerlicher Name, wurde am 7. November 1854 in Cuenca, einer Stadt im ecuadorianischen Hochland, geboren. Er war ab 1863 einer der ersten Schüler der Brüder der christlichen Schulen, nachdem diese sich in der Andenstadt niedergelassen hatten. Schon früh fühlte er sich berufen, in den Orden einzutreten, was jedoch von seinen Eltern nicht unterstützt wurde, die ihren Sohn gerne als Priester gesehen hätten, während die Schulbrüder Laien blieben. Als er 13 Jahre alt war, unterzeichnete jedoch seine Mutter die Einwilligung für seinen Eintritt in das Noviziat, in das er am 24. März 1868 als erster einheimischer Ecuadorianer aufgenommen wurde. Sein Vater hegte weiterhin Groll und schrieb ihm in den ersten fünf Jahren seines Ordenslebens keine Zeile.

Bruder Miguel, wie er im Orden hieß, zeigte schnell eine besondere Begabung für die spanische Sprache und Literatur. Er lehrte nicht nur an der ordenseigenen Schule in der Hauptstadt Quito, sondern verfasste schon bald Grammatiken und Lehrbücher, die auch an den staatlichen Schulen Ecuadors übernommen wurden. Außerdem schrieb er Lyrik und veröffentlichte philologische Studien, aufgrund derer er in die Akademie des Landes aufgenommen wurde. Seine große Leidenschaft galt jedoch der Katechese: Er verfasste Bücher zur Kinderkatechese und bereitete Kinder auf die Erstkommunion vor. Er hatte eine besondere Verehrung für die Gottesmutter Maria und das Jesuskind. Während der 38 Jahre seines Wirkens in Ecuador wurde er zu einem hochangesehenen Akademiker, dem gleichzeitig aufgrund seiner Einfachheit der Ruf der Heiligkeit vorausging.

1904, im Zuge der antiklerikalen Maßnahmen in Frankreich, wurde Bruder Miguel nach Europa gerufen, um den Spanischunterricht für seine Ordensbrüder zu organisieren. Nach einigen Monaten in Paris kam er in das neue Mutterhaus im belgischen Lembecq-les Hall. Da ihm das Klima gesundheitliche Probleme bereitete, wurde er nach Premia del Mar bei Barcelona versetzt, wo sich ein großes Ausbildungszentrum der Brüder der christlichen Schulen befand. Bei den jungen Ordensbrüdern war er sehr beliebt, da er akademisches Wissen mit Einfachheit des Herzens und Gottesliebe verband. Als in Barcelona und Umgebung revolutionäre Unruhen ausbrachen, fanden die Brüder der christlichen Schulen eine Woche lang Zuflucht in den Docks am Hafen, bevor sie in ihr Haus zurückkehren konnten. Bruder Miguel trug während dieser Zeit die geweihten Hostien aus der Kapelle bei sich.

Nach kurzem Leiden gestorben

Ende Januar 1910 zog sich Bruder Miguel eine Lungenentzündung zu, gegen die sein Körper keine Abwehrkräfte besaß. Er starb nach kurzem Leiden am 9. Februar, nachdem er die Sterbesakramente empfangen hatte. Nach seinem Tod wurde in Ecuador Staatstrauer angeordnet, und schon bald hörte man von Wundern auf seine Fürsprache hin, was zur Eröffnung seines Kanonisierungsprozesses führte. Seine sterblichen Überreste ruhen heute nahe bei denen des Ordensgründers Jean Baptiste de la Salle in Rom, wo sich das Mutterhaus der Brüder der christlichen Schulen seit 1937 befindet.

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Claudia Kock Mutter Gottes Ordensgründer Pius X. Päpste

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