29. September: Der Wochenheilige

Der selige Francesc de Paula Castelló Aleu

Francesc de Paula Castelló Aleu ist einer der 233 Märtyrer des Spanischen Bürgerkriegs, die am 11. März 2001 von Johannes Paul II. seliggesprochen wurden.
Selige Francesc de Paula Castelló Aleu

„Meine Lieben, mir wurde soeben mein Todesurteil verkündet, und ich bin noch nie so ruhig gewesen wie jetzt. Die göttliche Vorsehung hat mich zum Opfer für alle Irrtümer und Sünden ausersehen, die wir begangen haben. Ich gehe gerne in den Tod.“ Diese Zeilen schrieb der 22-jährige Francesc de Paula Castelló Aleu  am Abend vor seiner Hinrichtung an seine Familie.

Anschließend wandte er sich an seine Verlobte: „Ich empfinde keine Trauer über meinen Tod. Ich bin von einer seltsamen, tiefen, inneren Freude durchdrungen. Ich möchte dir einen traurigen Abschiedsbrief schreiben, aber ich kann es nicht. Ich bin durchflutet von sanften Gedanken, gleichsam eine Vorahnung der Herrlichkeit… Ich hätte dir sagen wollen, wie sehr ich dich geliebt habe und wie viel Zärtlichkeit ich für dich empfinde, wie glücklich wir gewesen wären. Aber all das ist für mich nebensächlich. Ich stehe kurz davor, einen großen Schritt zu tun. Eines möchte ich dir sagen: Heirate, wenn du kannst. Ich werde deine Ehe und deine Kinder vom Himmel her segnen. Bitte weine nicht, das will ich nicht. Du sollst stolz auf mich sein. Ich habe keine Zeit mehr, dir mehr zu schreiben.“ Wenige Stunden später wurde er erschossen.

Die Mutter früh verloren

Francesc de Paula Castelló Aleu wurde am 19. April 1914 in Alicante geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters zog seine Mutter mit den Kindern zurück ins heimische Katalonien, nach Lleida am Fuß der Pyrenäen. Er war ein aufgewecktes Kind mit einem tiefen Glauben. Nach der Erstkommunion besuchte er jeden Sonntag und manchmal auch wochentags die Heilige Messe.

Als er im Alter von 15 Jahren auch seine Mutter verlor, weihte er sich der Gottesmutter Maria. Schon mit 16 Jahren bestand der außergewöhnlich begabte Junge die Reifeprüfung und schrieb sich an der Universität von Lleida für das Chemiestudium ein. Im selben Jahr machte er bei Román Galan SJ ignatianische Exerzitien. Der Jesuit blieb bis ans Lebensende sein Beichtvater und hatte großen Einfluss auf das geistliche Wachstum des jungen Studenten.

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Zweig der Katholischen Aktion

Francesc de Paula war sehr aktiv in der „Föderation junger Christen von Katalonien“, einem Zweig der Katholischen Aktion. Am 6. Februar 1934 schloss er sein Studium mit dem Diplom ab und nahm eine Stellung als Chemiker in einer Kunstdüngerfabrik in Lleida an.

Am 24. Mai 1936, dem Fest der „Schutzmantelmadonna“, verlobte er sich mit Maria Pelegri; sein Verlobungsgeschenk war eine goldene Skapuliermedaille. Beide legten großen Wert auf die Keuschheit vor der Ehe. Maria sagte später: „Wir haben in dieser Hinsicht nie etwas zu beichten gehabt.“ Die geplante Eheschließung musste auf ungewisse Zeit verschoben werden, da Francesc de Paula am 1. Juli 1936 zum Militärdienst einberufen wurde und kurz darauf der Spanische Bürgerkrieg ausbrach.

Als angeblicher Faschist verhaftet

In der Nacht vom 20. auf den 21. Juli wurde er in der Kaserne geweckt und festgenommen unter der Anklage ein „Faschist“ zu sein; man hatte bei ihm deutsche und italienische Bücher gefunden. Er wurde am 29. September vor Gericht gestellt. Hier beteuerte er, kein Faschist zu sein. Es seien wissenschaftliche Bücher, die er für seine Arbeit als Chemiker brauchte.

„Wenn es ein Verbrechen ist, Katholik zu sein, bin ich sicher ein Verbrecher.“
Francesc de Paula Castelló Aleu

Als er gefragt wurde, ob er Katholik sei, antwortete er: „Wenn es ein Verbrechen ist, Katholik zu sein, bin ich sicher ein Verbrecher, denn in diesem Leben lässt sich kein größeres Glück finden als für Christus zu sterben. Und wenn ich tausend Leben hätte, würde ich sie alle für ihn hingeben, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern.“ Damit war sein Todesurteil besiegelt. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Zelle, wo er Abschiedsbriefe an seine Familie, seinen Beichtvater und seine Verlobte schrieb, wurde er zusammen mit sechs weiteren Gefangenen auf einem Lastwagen abtransportiert und erschossen.

Maria Pelegri folgte dem Wunsch ihres Verlobten, einen anderen Mann zu heiraten und Kinder zu bekommen. Sie starb am 17. Juni 1976.

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