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5. Februar:  Der heilige Jesus Méndez Montoya

Im Heiligen Jahr 2000 wurde der mexikanische Priester heiliggesprochen. Er hatte in der Verfolgung standgehalten und das Martyrium erlitten.
Jesus Méndez Montoya
Foto: Gemeinfrei | Jesus Méndez Montoya

Am 21. Mai 2000, im Rahmen des Großen Jubiläums, wurden auf dem Petersplatz in Rom 27 Märtyrer aus dem mexikanischen Bürgerkrieg – 23 Priester und vier Laien – heiliggesprochen. Unter den Priestern war Jesus Méndez Montoya, der unter klinischen Depressionen litt. Er hatte zweimal in seinem Leben starke psychische Krisen überwunden, auch mithilfe seines festen Glaubens. Sein Gedenktag ist der 5. Februar.

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Jesus Méndez Montoya wurde am 10. Juni 1880 in Tarímbaro, einer Ortschaft unweit der Stadt Morelia im zentralmexikanischen Bundesstaat Michoacán, geboren. Er kam aus einer armen Familie, konnte aber mithilfe von Wohltätern ab dem Alter von 14 Jahren das Priesterseminar besuchen. Am 3. Juni 1906 wurde er zum Priester geweiht. Während der Kaplanszeit kam zum ersten Mal seine Depression zum Ausbruch. Er erlebte einen psychischen Zusammenbruch und befand sich ein Jahr lang in einem Zustand innerer Dunkelheit und Erschöpfung. Nach einem Jahr fand er aus der Krise heraus und wurde von seinem Bischof in eine andere Pfarrei versetzt, wo er sechs Jahre lang tätig war, bis er 1913, im Alter von 33 Jahren, erneut einen Nervenzusammenbruch erlebte.

Hilfe in der Depression

Um ihm aus seinem seelischen Tief herauszuhelfen, versetzte sein Bischof ihn erneut in ein anderes Umfeld. So kam Jesus Méndez Montoya nach Valtiervilla im Bundesstaat Guanajato, wo er tatsächlich im pastoralen Dienst aufblühte. Der Ort gehörte zur Stadt Salamanca und war Hauptanbaugebiet von Kaktusfeigen, einem Grundnahrungsmittel in Mexiko, das als Obst verzehrt und in Form von Öl, Likör und Cremes verarbeitet wird.

Die Bevölkerung bestand überwiegend aus einfachen, armen Bauern und Landarbeitern indigenen Ursprungs. Jesus Méndez Montoya lebte unter ihnen, verbrachte lange Stunden im Beichtstuhl und wurde ein gesuchter geistlicher Ratgeber. Außerdem baute er einen Kirchenchor auf, um die Liturgie zu verschönern. Er war von einer tiefen Marienfrömmigkeit geprägt und gestaltete die Marienfeste mit besonderer Liebe.

Den Menschen seiner Pfarrei blieb er vor allem als Mann des Gebets in Erinnerung, der lange Stunden in der Kirche verbrachte und auch andere zum Gebet anhielt, Gebetsgruppen gründete und regelmäßig die eucharistische Anbetung organisierte. Er widmete sich dem Aufbau einer Pfarrschule und der Katechese mit ebenso großer Hingabe wie der Gründung sozialer Hilfswerke und einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. 1922 unterstützte er eine politische Eingabe, Valtiervilla von Salamanca zu lösen, um dem Ort Unabhängigkeit zu geben. Die Anfrage wurde abgelehnt mit der Begründung, dass in dem Dorf nur ungebildete Indigene lebten, die unfähig seien, Ämter zu übernehmen.

Standhaft in der Verfolgung

1926 begann die als „Guerra Cristera“ in die Geschichte eingegangene Christenverfolgung in Mexiko. Viele Priester flohen, andere lebten im Untergrund. Jesus Méndez Montoya verließ sein Dorf nicht, legte aber Zivilkleidung an und ging inkognito in die Häuser der Menschen, oft bei Nacht, um Kinder zu taufen, Kranken die Kommunion zu spenden und Beichten zu hören. Die Messe feierte er heimlich im Morgengrauen.

Am frühen Morgen des 5. Februar 1928 wurde das Dorf von Soldaten gestürmt, die die Häuser nach aufständischen „Cristeros“ durchsuchten. Jesus Méndez Montoya war gerade dabei, die Messe zu beenden, als er von der Straße her Schüsse hörte. Er nahm den Kelch mit den geweihten Hostien und stieg aus dem Fenster, um die Hostien zu verstecken, wurde aber von Soldaten festgenommen, die ihn für einen einfachen Laien hielten.

Rettung des Allerheiligsten

Obwohl dieser Irrtum ihm das Leben gerettet hätte, bekannte er sofort, dass er Priester sei, und bat als letzten Wunsch darum, alle Hostien konsumieren zu dürfen, damit diese nicht in falsche Hände gerieten. Dies wurde ihm gestattet, dann führte man ihn in eine Seitenstraße, wo er erschossen wurde. Anschließend legten die Soldaten den Leichnam über die Bahngleise, um einen Unfall oder Selbstmord vorzutäuschen. Dass dies nicht gelang, war einigen Frauen der Pfarrei zu verdanken, die den Leichnam fanden, bevor er vom Zug überrollt wurde, und für sein würdiges Begräbnis sorgten.

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Claudia Kock Bischof Katechese Petersplatz Priesterseminare

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