Missionare und Mäzene

Zum Gedenktag des heiligen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde am 13. April. Von Katrin Krips-Schmidt

Seine letzte Ruhestätte hat das heilige Ehepaar der katholischen Kirche im Dom zu Bamberg gefunden. In einem von Tilman Riemenschneider geschaffenen Sarkophag liegen die Gebeine von Heinrich II. und seiner Ehefrau Kunigunde, die als überlebensgroße Gestalten neben Szenen aus ihrem Leben das Hochgrab schmücken.

Der Gründer des Erzbistums Bamberg, der zunächst eine geistliche Ausbildung erhielt, dann aber doch das väterliche Herzogtum übernahm, ist hier allgegenwärtig. Literarische wie andere künstlerische Zeugnisse in Form von Münz- und Siegeldarstellungen, Gemälden, Altartafeln, Glasfenstern und Standbildern zeigen, wie lebendig sein Andenken in der Bischofsstadt über die Jahrhunderte hinweg bis heute geblieben ist.

Heinrich wurde am 6. Mai 973 als Sohn von Heinrich dem Zänker und der burgundischen Königstochter Gisela in Hildesheim geboren, wo er an der Domschule und später in St. Emmeran geistlich geformt wurde. Nach seiner Krönung zum ostfränkischen König im Jahr 1002 empfing er 1004 nach dem Tod Ottos III. die Kaiserkrone aus der Hand von Papst Benedikt VII. Lang anhaltende kriegerische Auseinandersetzungen mit Polen und Italien begleiteten seine Herrschaft über das Heilige Römische Reich, in deren Verlauf er die Einheit des Frankenreichs wiederherstellen konnte.

Auch kirchenpolitisch verzeichnete er mit seiner Unterstützung von Klosterreformen und der Stiftung von Kirchen und Abteien viele Erfolge.

„Abgebildet wird die

Heilige meistens mit dem Modell des

Bamberger Domes“

Heinrich beschützte sein Volk gegenüber jenen, die ihre Macht missbrauchten. 1006 ließ er den letzten Sklavenmarkt des Reiches schließen. Er machte Bamberg zum Ausgangspunkt für die Evangelisierung der slawischen Länder.

Die um 1000 geschlossene Ehe mit der um 980 als Tochter des Grafen Siegfried von Lützelburg (Luxemburg) geborenen Kunigunde galt als sehr glücklich. Da sie jedoch kinderlos blieb, beide Eheleute bereits in jungen Jahren ein Keuschheitsgelübde ablegten und man um das Jahr 1000 wegen des alsbald erwarteten Weltunterganges besonders asketische Lebensweisen für geboten hielt, wurde die Ehe zwischen Heinrich und Kunigunde oft als „Josefsehe“ gedeutet.

Kunigunde wurde höfisch erzogen, konnte also lesen und schreiben und war ihrem Gemahl aktive Mitregentin und politische Beraterin. 1014 wurde sie zur Kaiserin gekrönt, zwischenzeitlich übernahm sie in Vertretung sogar die Regierungsgeschäfte ihres Mannes.

Der Bau des Bamberger Doms und weiterer Kirchen gehen auf ihre Initiative und Förderung zurück. Nach dem Tod Heinrichs am 13. Juli 1024 zog sie sich voller Trauer in das einige Jahre zuvor von ihr selbst gestiftete Benediktinerinnenkloster Kaufungen zurück, wo sie am 3. März 1033 verstarb. Kurz darauf setzte eine starke Verehrung für die Patronin des Bistums Bamberg und der schwangeren Frauen ein. Abgebildet wird die populäre Heilige meistens mit dem Modell des Bamberger Domes, zuweilen auch mit einer Pflugschar. Diese verweist auf die Legende eines Gottesurteils, dem sich Kunigunde aus eigenem Antrieb unterwarf. Nachdem nämlich Gerüchte laut wurden, sie träfe sich mit fremden Männern, und auch Heinrich sie der Untreue bezichtigte, machte sie die „Feuerprobe“, bei der sie unverletzt über glühende Pflugscharen lief. Kunigunde wurde 1200 von Papst Innozenz III. heiliggesprochen, die Kanonisierung Heinrichs nahm Papst Eugen III. 1146 vor.

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