ZdK besorgt wegen Dialogs mit Piusbrüdern

Bonn (DT/KNA) Die Verhandlungen Roms mit der traditionalistischen Piusbruderschaft zur Wiederaufnahme in die katholische Kirche stoßen beim Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf Sorge. „Das entschiedene Ja der katholischen Kirche zur Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis zu den Juden – Nostra Aetate 4 –, dem die Piusbruderschaft ein entschiedenes Nein entgegensetzt, darf auf keinen Fall zur Disposition gestellt oder abgeschwächt werden“, forderte die Gruppe am Donnerstag in Bonn. „Nostra Aetate ist bei diesen Verhandlungen nicht verhandelbar“, so der Gesprächskreis. Dieser Konzilsbeschluss markiere „die epochale Wende“ der katholischen Kirche im Verhältnis zu den Juden. Kürzlich hatte sich Papst Franziskus in einem Interview zur Fortsetzung des Dialogs mit der Piusbruderschaft geäußert. Ihr Oberer Bernard Fellay sei ein „Mann, mit dem man reden kann“, sagte er der französischen Tageszeitung „La Croix“. Man komme in dem Dialog „langsam und mit Geduld voran“. Für „andere Elemente wie Monsignore Williamson und andere, die sich radikalisiert haben“, gelte das jedoch nicht. Zugleich betonte der Papst, dass die Voraussetzung für die volle Gemeinschaft der von Rom abtrünnigen Bruderschaft mit der römisch-katholischen Kirche die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils sei. Die 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. lehnt Bestandteile der Konzilsbeschlüsse ab. Dies betrifft vor allem Aussagen zur Religionsfreiheit und Ökumene. Nach unerlaubten Bischofsweihen exkommunizierte der Vatikan Lefebvre und die vier Geweihten 1988. Papst Benedikt XVI. ließ 2007 die alte lateinische Messe wieder allgemein zu und ermöglichte so die Aufnahme offizieller Gespräche. Im Januar 2009 hob er die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft auf. Damit haben diese die Rechte katholischer Laien; die Ausübung kirchlicher Ämter ist ihnen aber weiter untersagt. Die zweijährigen Gespräche von 2010/11 führten jedoch zu keinem Ergebnis. Die Piusbrüder ließen alle vom Vatikan gesetzten Fristen verstreichen, die vorgelegte „Präambel“ zu unterzeichnen.

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