Würzburg

Der selige Giovanni Battista Mazzucconi

Inspiriert von einem Kartäuser, der Missionar gewesen war, missionierte Mazzucconi in Papua-Neuguinea. Dort fand er durch die Hand der Eingeborenen den Märtyrertod.

07. September: Der Wochenheilige Der  selige Giovanni Battista Mazzucconi

Einer Volkszählung aus dem Jahr 2011 zufolge gehören über 95 Prozent der Bevölkerung des pazifischen Inselstaates verschiedenen christlichen Konfessionen an; 27 Prozent der römisch-katholischen Kirche. In der Präambel seiner Verfassung von 1975 heißt es, dass „die wertvollen Traditionen und christlichen Grundsätze, die uns zu eigen sind, bewahrt und an unsere Nachfahren weitergegeben werden sollen“. Obgleich in Papua-Neuguinea noch starke Überreste der animistischen Religion vorhanden sind – etwa der Glaube an Geister und Hexerei –, versteht es sich als christliches Land: Ostern und Weihnachten sind gesetzliche Feiertage, und öffentliche Veranstaltungen beginnen und enden oft mit einem christlichen Gebet. Zu den ersten Missionaren in Papua-Neuguinea gehörte der Priester Giovanni Mazzucconi, der am 7. September 1855 auf der Insel Woodlark das Martyrium erlitt.

Im letzten Brief vor seinem Martyrium schrieb er: „Morgen werde ich an Bord gehen und übermorgen, am Samstag, werde ich bereits auf hoher See sein, auf dem Weg nach Woodlark. Als ich in diesem Jahr nach Sydney gesegelt bin, am Mittwoch der Karwoche, gerieten wir in einen Wirbelsturm, der unsere Segel zerrissen, unsere Taue und die obere Hälfte des Mastes gekappt hat. Dann trieben wir vier Tage lang orientierungslos und mit wenig Hoffnung auf dem Meer herum, bis die Ostersonne wieder über uns aufging und wir gleichsam von den Toten auferweckt wurden.“

Besonderes Interesse für die Mission

Am 1. März 1826 im norditalienischen Lecco am Comer See geboren, trat der Sohn eines tiefgläubigen katholischen Ehepaars – von ihren zwölf Kindern wurden drei Priester und vier Ordensschwestern – sehr jung in das Mailänder Priesterseminar ein. Bei einer Einkehr in der Kartause von Pavia wurde durch das Zeugnis eines Kartäuserpaters, der zuvor Missionar in Indien gewesen war, sein missionarischer Eifer geweckt, und er betete inständig für die konkrete Möglichkeit, in die Mission gehen zu können. Als der Bischof von Pavia, Angelo Ramazzotti, im Jahr 1850 das Päpstliche Institut für die auswärtigen Missionen (PIME) gründete, sah Mazzucconi sein Gebet erhört: Noch im selben Jahr trat er als neugeweihter Priester in die Ordensgemeinschaft ein und bereitete sich dann in Saronno auf das entbehrungsreiche Leben als Missionar vor. Sein besonderes Interesse galt Ozeanien, wo damals die ersten Missionierungsversuche unternommen wurden.

Im März 1852 war es endlich so weit: Von London aus schiffte Mazzucconi sich mit einigen Ordensbrüdern nach Australien ein, von wo aus sie nach kurzem Aufenthalt zu ihrem endgültigen Bestimmungsort Rook Island – die heutige Insel Umboi – weitersegelten. Dort gründeten sie die erste Missionsstation in Papua-Neuguinea, was sich von Anfang an als äußerst schwierig erwies. Die Insulaner waren den Fremden gegenüber misstrauisch und verschlossen, so dass an Glaubensvermittlung nicht zu denken war; es ging um das reine Überleben in einem feindseligen Umfeld. Die Missionare lebten ohne feste Behausung im Regenwald, mit karger Ernährung im schwülheißen tropischen Klima. Schnell erkrankte Mazzucconi an Malaria, hatte schmerzende Wunden und geschwollene Glieder und immer wiederkehrende Fieberschübe. Nach zwei Jahren musste er nach Australien zurückkehren, um ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mission auf Papua-Neuguinea

Wenige Monate später fühlte er sich gesund genug und schiffte sich wieder ein, um nach Umboi zurückzukehren – ohne zu wissen, dass die Lage sich dort verschlimmert hatte. Ein Katechet war ermordet worden, und die Ordensoberen in Italien hatten beschlossen, die Mission auf Umboi aufzugeben. Unbemerkt kreuzte das Boot mit Mazzucconi an Bord das Schiff, das seine Mitbrüder zurück nach Australien brachte. Vor der Insel Woodlark wurde Mazzucconis Boot plötzlich von Eingeborenen umringt, die auf Kanus heranfuhren. Der Häuptling der Insel stieg zu dem Missionar in das Boot und erschlug ihn mit einer Axt. Dann wurde auch die restliche Besatzung getötet und das Boot geplündert; die Leichen wurden ins Meer geworfen.

Giovanni Mazzucconi wurde am 19. Februar 1984 von Johannes Paul II. seliggesprochen.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe hier.