Der Wochenheilige

Der heilige Hilarius von Poitiers

Aus der Verwaltung in die Kirche. Der Kirchenlehrer Hilarius hat ein bewegtes Leben. Sein Kampf gegen den Arianismus bringt ihn sogar ins Exil. Heute wird der Heilige nicht nur in Frankreich sehr verehrt.

13. Januar: Der Wochenheilige Der heilige Hilarius von Poitiers

Wer auf dem nördlichsten Jakobsweg in Frankreich, der „Via Turonensis“, unterwegs ist, kommt auch an der romanischen Basilika „St. Hilaire-le-Grand de Poitiers“ in der Hauptstadt des Départements Vienne vorbei. In ihrer Krypta befindet sich das Grab des heiligen Bischofs Hilarius, der im vierten Jahrhundert eine wichtige Rolle in der theologischen Auseinandersetzung mit den Arianern spielte. Er wurde 1851 von Papst Pius IX. zum Kirchenlehrer erhoben.

Poetische Lebensbeschreibung

Die poetische Lebensbeschreibung des heiligen Hilarius, die um 600 vom heiligen Venantius Fortunatus – wir haben ihn vor einigen Wochen vorgestellt –, verfasst wurde, gilt als historisch nicht zuverlässig; daher gibt es über Hilarius' frühes Leben kaum gesicherte Angaben. Er wurde wohl um 310 in Poitiers geboren; dass er aus einer gutsituierten nichtchristlichen Familie stammte und eine solide literarische Ausbildung mit neuplatonischer Ausrichtung erhielt, ist aus seinem umfangreichen Werk ersichtlich. Er schlug zunächst eine politische Laufbahn ein und machte Karriere im Verwaltungsapparat seiner Heimatstadt, widmete sich aber auch philosophischen Studien. Durch diese kam er zum christlichen Glauben und ließ sich um 345 taufen. Er wurde zum Priester geweiht und schloss Freundschaft mit dem heiligen Martin von Tours, der von ihm die Taufe empfing.

Ein Heiliger im Exil

Im Jahr 353 wurde Constantius II. Alleinherrscher des Römischen Reiches und etwa zeitgleich wurde Hilarius zum Bischof von Poitiers gewählt. Dies barg ein großes Konfliktpotenzial, denn Constantius war ein überzeugter Anhänger des arianischen Glaubens, der im Jahr 325 durch das Konzil von Nizäa verurteilt worden war, da er die Dreifaltigkeit Gottes in Frage stellte, während Hilarius ein eifriger Verfechter der Konzilsentscheidungen war. Constantius versuchte auf mehreren Synoden, die gallischen Bischöfe auf seine Seite zu ziehen. 356 kam es zur Synode von Béziers – Hilarius bezeichnete sie später als die „Synode der falschen Apostel“ –, auf der der unbeugsame Bischof von Poitiers verurteilt und ins Exil nach Phrygien in Kleinasien, der heutigen Türkei, geschickt wurde.

Er besteht auf der Wahrheit

Hier „kam Hilarius mit einem religiösen Umfeld in Berührung, das vollständig vom Arianismus beherrscht war. Auch dort drängte ihn seine Hirtensorge, unermüdlich für die Wiederherstellung der Einheit der Kirche auf der Grundlage des rechten Glaubens zu arbeiten, wie er vom Konzil von Nizäa formuliert worden war. Zu diesem Zweck begann er mit der Abfassung seines wichtigsten und bekanntesten dogmatischen Werkes: De Trinitate (Über die Dreifaltigkeit)“, sagte Benedikt XVI. in der Generalaudienz am 10. Oktober 2007. „Gegenüber den Arianern besteht er auf der Wahrheit der Namen Vater und Sohn und entwickelt seine ganze Trinitätstheologie von der Taufformel her, die uns vom Herrn selbst gegeben worden ist: ,Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes‘.“

Ältester lateinischer Schriftkommentar

Als er nach etwa fünf Jahren nach Poitiers zurückkehrte, gelang es Hilarius, die gallischen Bischöfe von „falschen Aposteln“ wieder zu rechtgläubigen Anhängern des Konzils von Nizäa zu machen. Benedikt XVI. sagte, dass manchen alten Autoren zufolge „dieser antiarianische Umschwung der Bischöfe Galliens großenteils der Standhaftigkeit und zugleich der Sanftmut des Bischofs von Poitiers zu verdanken gewesen sei. Das war genau seine Gabe: Festigkeit im Glauben und Sanftmut in den zwischenmenschlichen Beziehungen miteinander zu verbinden.“ Außer seinem Hauptwerk über die Trinität schrieb Hilarius einen großen Kommentar zum Matthäusevangelium – den ältesten in lateinischer Sprache, der bis heute überliefert ist – sowie einen Psalmenkommentar.

Um 370 ließ Hilarius außerhalb von Poitiers an einer Nekropole ein Oratorium erbauen, in dem er nach seinem Tod im Januar 367 beigesetzt wurde; bei seinem Grab entstand ein Kloster. Als im 11. Jahrhundert die Wallfahrten auf dem Jakobsweg einsetzten, wurde an dieser Stelle die Basilika „St. Hilaire-le-Grand de Poitiers“ errichtet.

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