„Verkünden, was im Gebet gehört wurde“

Stephan Turnovszky zum Wiener Weihbischof geweiht

Wien (DT/KAP) „Wir brauchen gute Hirten, Priester, die den Menschen nahe sind, Hirten nach dem Herzen Jesu.“ Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Pfingstmontag bei der Bischofsweihe des neuen Wiener Weihbischofs Stephan Turnovszky, dessen besonderer Auftrag die Begleitung der Priester ist. Der Wiener Erzbischof sagte, es gebe geistliche Berufungen, sie bedürften aber der Förderung, Ermutigung und Herausforderung. Bei dem feierlichen Gottesdienst im Stephansdom legten auch der Apostolische Nuntius, Erzbischof Edmond Farhat, fast alle österreichischen Bischöfe und die Nachbarbischöfe Vojtech Cikrle (Brünn/Brno) und Jan Sokol (Tyrnau/Trnava) dem neuen Bischof die Hände auf.

Die neue Evangelisierung bezeichnete Kardinal Schönborn beim Weihegottesdienst als den „Auftrag der Stunde“. Der neue Wiener Weihbischof habe Wurzeln in Polen, in Tschechien, in Ungarn, alles Länder, in die man heute ohne Grenzen fahren könne. Der Auftrag zur Evangelisierung „hier, in der alten Mitte Europas“, bringe Schwierigkeiten mit sich, „Mühsames und Notvolles“, aber auch die „Nähe des Herrn“.

In den Mittelpunkt seiner ersten bischöflichen Ansprache am Ende des Weihegottesdienstes stellte Stephan Turnovszky, von Erstberuf Chemiker, das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe. Er wolle ein Bischof sein, „der den Menschen nahe ist und bleibt“, sagte der neue Weihbischof. Dabei unterstrich er, dass er Interesse auch für jene Menschen haben möchte, „die von der Kirche wenig erwarten: Ich möchte jene nicht vergessen, die die Kirche vergessen oder nie ihre Schönheit kennengelernt haben“. Es gehe ihm nicht darum, zu urteilen, sondern zu lieben – „in Ehrfurcht vor dem Schatz, den Gott in jedes Menschenherz hineingelegt hat“. Im Sinn seines bischöflichen Mottos, „Meine Seele dürstet nach dir“, sagte Bischof Turnovszky, er wolle ein „betender Bischof“ sein, der „in der Verkündigung sagt, was er im Gebet gehört hat“. Die Sehnsucht nach dem Gebet, die in dem Psalmvers zum Ausdruck komme, sei eine Sprache, „die die Menschen von heute zu verstehen wissen“.

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