Vatikan beschlagnahmt mehr als zwei Millionen

Vatikanstadt (DT/KNA) Wegen des Verdachts auf Geldwäsche hat die Justiz im Vatikan 2016 mehr als zwei Millionen Euro beschlagnahmt. Das geht aus einem Bericht hervor, den der vatikanische Staatsanwalt Gian Piero Milano am Samstag im Vatikan vorstellte. Derzeit ermittle die vatikanische Staatsanwaltschaft in 17 Fällen wegen einer möglichen Verletzung der Anti-Geldwäsche-Vorschriften, so Milano. Seit 2013 seien insgesamt mehr als zwölf Millionen Euro eingefroren worden. Der Staatsanwalt teilte zugleich mit, dass im Vatikan eine eigene Ermittlungseinheit für solche Fälle geschaffen worden sei. Der Vatikan hatte seine Vorkehrungen gegen Geldwäsche in den vergangenen Jahren internationalen Standards angepasst. Unabhängige Fachleute des Europaratskomitees Moneyval bescheinigten ihm 2015 beachtliche Fortschritte auf diesem Gebiet, beanstandeten unter anderem aber fortwährende Defizite in der Strafverfolgung. Benedikt XVI. hatte Ende 2010 die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde „Autorita di informazione finanziaria“ (AIF) gegründet, die verdächtige Geldflüsse an die vatikanische Justiz weiterleitet.

Themen & Autoren

Kirche