„Unauslöschliches geistliches Siegel“

Benedikt XVI. tauft 21 Neugeborene in der Sixtinischen Kapelle
Foto: dpa | Taufzeremonie in der Sixtinischen Kapelle.
Foto: dpa | Taufzeremonie in der Sixtinischen Kapelle.

Vatikanstadt (DT/KNA) Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag in der Sixtinischen Kapelle 21 Säuglinge getauft. Während einer Messe zum katholischen Fest der Taufe des Herrn spendete er das Sakrament wie im vergangenen Jahr vor der spektakulären Kulisse von Michelangelos „Jüngstem Gericht“ Kindern von Bediensteten des Vatikan.

In seiner Predigt zeigte sich Benedikt XVI. besorgt über einen wachsenden Werteverlust in der Gesellschaft und rief zu einer verstärkten Hilfe für Familien in der Glaubensvermittlung auf. Familien seien heute angesichts eines Rückgangs verbindlicher kultureller Werte und des schnellen Wandels der Gesellschaft in der Weitergabe des Glaubens an die Kinder mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert, sagte der Papst. Überdies sei die Institution der Ehe von vielen Seiten bedroht. Zugleich wies Benedikt XVI. auf die herausragende Bedeutung der Taufe für ein christliches Leben hin. Dieses Sakrament sei ein „unauslöschliches geistliches Siegel“, das für immer die Zugehörigkeit zu Gott und die Mitgliedschaft in der Kirche bezeuge. Später müsse eine bewusste und freie Entscheidung der Getauften für den Glauben hinzukommen. Dieser müsse eine christliche Erziehung vorangehen.

Benedikt XVI. begoss die Köpfe der Neugeborenen über dem Taufbecken mit Wasser. Die Kinder ließen die Zeremonie in den meisten Fällen ruhig über sich ergehen. Unter den 14 Jungen und 7 Mädchen befand sich in diesem Jahr auch ein Zwillingspaar. Für die Taufe in der Sixtinischen Kapelle konnten Säuglinge angemeldet werden, die nicht älter als drei Monate sind. Das Fest der Taufe des Herrn bildet den liturgischen Abschluss der Weihnachtszeit und erinnert an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer im Jordan.

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