Türkei hofft auf Unterstützung des Papstes

Istanbul (DT/KNA) Die türkische Regierung erhofft sich Unterstützung von Papst Franziskus in der Diskussion über den armenischen Völkermord von 1915. Der neue türkische Botschafter im Vatikan, Mehmet Pacaci, sagte nach türkischen Presseberichten vom Mittwoch, der Papst betone stets die Bedeutung des Dialogs. In der Armenier-Debatte suche auch die Türkei den Dialog mit der armenischen Seite. Sie erwarte deshalb, dass ihre Haltung auch von religiösen Institutionen wie dem Vatikan unterstützt werde. Im kommenden April jährt sich der Beginn der Massaker an den Armeniern im untergehenden Osmanischen Reich zum 100. Mal. Armenien und ein Großteil der internationalen Forschung werten die damaligen Ereignisse als Völkermord. Die Zahl der Todesopfer wird auf bis zu 1,5 Millionen geschätzt, während die Türkei von weit niedrigeren Zahlen ausgeht und von den tragischen Folgen einer Umsiedlungsaktion unter Kriegsbedingungen spricht. Botschafter Pacaci, der bisher im staatlichen Religionsamt der Türkei arbeitete, äußerte sich optimistisch über den anstehenden Papstbesuch.

Themen & Autoren

Kirche