Tagesheiliger: 31. Mai: Der selige Mariano da Roccacasale

Von Katrin Krips-Schmidt

Der selige Mariano da Roccacasale kam am 14. Juni 1778 in Roccacasale in den italienischen Abruzzen als Sohn einer armen Bauernfamilie zur Welt und wurde auf den Namen Domenico getauft. Als Kind hütete er in den Bergen die Schafherden seiner Eltern. Mit 23 Jahren verspürte er den Ruf zum Ordensleben und wollte Christus auf radikale Weise nachfolgen. So trat er mit 24 Jahren am 2. September 1802 in den Konvent Arisquia der Franziskaner ein, in dem er als Zimmermann, Koch, Gärtner und Pförtner diente. Doch nach zwölf Jahren verließ er diesen Konvent wieder, in dem er nicht die spirituelle Zurückgezogenheit fand, nach der er gesucht hatte. Die Zeitumstände hatten dem klösterlichen Leben arg zugesetzt. Dies änderte sich erst, als Papst Pius VII. aus seiner Gefangenschaft in Frankreich wieder nach Rom zurückkehrte.

Zu dieser Zeit hörte Mariano vom Franziskanerkloster von Bellegra, das aufgrund seiner Strenge und Askese und wegen des Ansehens vieler heiliger Ordensbrüder seit den Zeiten seines Gründers, des heiligen Thomas von Cori (1655–1729), ein beachtliches Renommee genoss. Mariano wurde hier mit 37 Jahren aufgenommen und versah die folgenden vier Jahrzehnte seinen Dienst an der Pforte. Dies sollte sein persönlicher Weg zur Heiligkeit werden. Seine Aufgabe bestand darin, Pilger, Reisende und Arme am Eingang zu begrüßen, mit ihnen zu beten, ihnen die Füße zu waschen und ihnen die franziskanische Gastfreundschaft zu erweisen. Er wurde berühmt durch sein liebevolles Lächeln, das stets vom traditionellen franziskanischen Gruß Pax et bonum begleitet war. Der einfache Laienbruder, der weder schreiben noch lesen konnte, aber ein offenes Ohr für die Bedrängnisse anderer Menschen hatte, wurde darüber hinaus zu einem Ansprechpartner für die Vorbeireisenden, die ihm ihre innersten Nöte und Sorgen anvertrauten. Diese brachte er in den vielen Stunden, die er kniend vor dem Tabernakel verbrachte, vor seinen Herrn. Bruder Mariano starb am 31. Mai 1866 im Alter von 87 Jahren in Bellegra. Johannes Paul II. erhob ihn am 3. Oktober 1999 zur Ehre der Altäre.

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