Tagesheiliger: 23. mai: Heiliger Giovanni Battista de Rossi

Von Katrin Krips-Schmidt

Der heilige Giovanni Battista de Rossi wurde am 22. Februar 1698 als viertes und letztes Kind einer gläubigen Familie in einfachen Verhältnissen in der kleinen Stadt Voltaggio im italienischen Ligurien geboren. Noch als Kind trat er 1709 als Page in die Dienste eines adligen Ehepaares, das ihn mit zu sich nach Genua nahm. Dort besuchte er drei Jahre lang die Schule. 1711 holte ihn sein Cousin, Lorenzo de Rossi, der Kanoniker in der Kirche Santa Maria in Cosmedin war, nach Rom. Lorenzo schlug Giovanni Battista vor, seine Ausbildung am Collegium Romanum unter der Leitung der Jesuiten fortzusetzen. Und so geschah es auch. Der begabte junge Mann war ein glänzender Schüler. Seine große Frömmigkeit paarte er mit strengen Bußübungen, wobei die Härte, die er sich dabei selbst auferlegte, seine Gesundheit fast ruinierte. Zudem litt er an epileptischen Anfällen – was zu jener Zeit ein Hinderungsgrund für die Priesterweihe war. Dennoch wurde Giovanni Battista 1721 im Alter von 23 Jahren – aufgrund seiner Jugend mit Dispens – zum Priester geweiht.

Als Seelsorger kümmerte er sich um die Kranken, Obdachlosen und Prostituierten der Stadt Rom. Tagsüber besuchte er die Menschen in den Krankenhäusern, nachts nahm er sich derjenigen an, die auf den Straßen lebten. Für obdachlose Frauen gründete er ein Hospiz. Er besuchte auch die Häftlinge im Gefängnis. So wurde Giovanni zum „Apostel der Verlassenen“ und kämpfte mit großer Beharrlichkeit um jede einzelne Seele: Er war bekannt als eifriger Beichtvater und predigte fünf bis sechsmal täglich an allen möglichen Orten – in Kirchen, Hospitälern und Haftanstalten.

Ein derart unermüdlicher Einsatz forderte schließlich seinen Tribut. Im Jahr 1762 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand, seine Krampfanfälle verschlimmerten sich. Am 23. Mai 1764 starb Giovanni Battista de Rossi in Rom. Er wurde 1859 von Papst Pius IX. seliggesprochen. Papst Leo XIII. sprach ihn 1881 heilig.

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