Tagesheiliger: 20. mai: Der selige Luigi Talamoni

Von Katrin Krips-Schmidt

Als zweites von sechs Kindern wurde Luigi Talamoni am 3. Oktober 1848 in Monza in Norditalien geboren. Die Familie eines Hutmachers war zwar arm, aber sehr gläubig. Täglich besuchte der Vater die heilige Messe, zu der er den kleinen Luigi mitnahm, der seine erste Ausbildung im „Oratorio di Barnabita Carrobiolo" erhielt, in dem vor allem arme Jungen unterrichtet wurden, deren Eltern sich keine Ausbildung ihrer Söhne zum Priester leisten konnten. Schon früh äußerte Luigi den Wunsch, Priester zu werden, und so wurde er 1865 zur weiteren Vorbereitung auf das Priestertum in das Theologische Seminar von Mailand aufgenommen. Am 4. März 1871 wurde er zum Priester geweiht und begann sodann seinen Dienst als Lehrer am „Collegio San Carlo“ in Mailand. Einer seiner Schüler war ein gewisser Achille Ambrogio Damiano Ratti, der spätere Papst Pius XI., der sich in seiner 1931 erschienenen Enzyklika „Quadragesimo anno“ der gesellschaftlichen Ordnung und der Entfaltung des Gedankens des Subsidiaritätsprinzips widmete und 1937 das päpstliche Rundschreiben „Mit brennender Sorge“ herausgab.

1875 wurde Talamoni zum Unterrichten an das Erzbischöfliche Seminar von Monza gesandt, wo er bis an sein Lebensende blieb. Darüber hinaus war er auch in der Seelsorge tätig, predigte in der Kathedrale und saß stundenlang im Beichtstuhl. Luigi hatte viel zu ertragen, nicht nur Kränkungen, Spott und Hetze seitens einiger seiner Schüler, auch manche seiner liberalen Mitbrüder kritisierten Don Luigi als „zu streng“ oder „zu politisch“.

Denn der steigende Erfolg des Sozialismus in Italien hatte ihn dazu motiviert, sich selbst politisch zu engagieren. So trat er dem Katholischen Komitee bei und wurde 1893 sogar in den Stadtrat von Monza gewählt. Das nutzte er, um sich aktiv für die Schulen, für die Sicherheit auf den Straßen sowie für die Verteidigung moralischer Werte einzusetzen. Zugleich trat er für den Schutz kleiner Gewerbebetriebe und die kostenlose Abgabe von Medikamenten an Bedürftige ein sowie für die Verbesserungen der Haftbedingungen von Sträflingen. Selbst seine Gegner zollten ihm für seine Arbeit großen Respekt.

Der „Edelstein des Mailänder Klerus“, wie ihn sein Schüler Papst Pius XI. „aufgrund seines heiligmäßigen Lebens, seines brillanten Wissens, seines weiten Herzens, seines weitsichtigen Lehramtes, seines eifrigen Apostolates und seiner staatsbürgerlichen Verdienste“ einmal nannte, verstarb am 31. Januar 1926 mit 77 Jahren in Mailand.

Papst Johannes Paul II. sprach Luigi Talamoni am 21. März 2004 in Rom selig.

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